BARßEL - BARßEL - Längere Distanzen stressfrei und relaxed zurückzulegen, ist für Franz Josef Hibben aus Barßel überhaupt kein Problem. Wenn der Tischlermeister erst auf seinem Motorrad der Marke BMW R 1000 RT sitzt, fühlt er sich wie zu Hause auf seinem Sofa. Dann gehen die 110 PS seiner Maschine mit ihm durch. Auch heute noch, mit fast 70 Jahren, schwingt sich der Obermeister der Tischlerinnung im Landkreis Cloppenburg mehrfach im Jahr auf seine rund 280 Kilogramm schwere Maschine und scheucht sein Gefährt sportlich über geschwungene Landstraßen und Autobahnen in ganz Europa.

„Es ist ein herrliches Gefühl, frei und ungezwungen auf zwei Rädern durch die wunderbare Landschaft zu fahren. Man nimmt insbesondere im gemäßigten Tempo noch Land und Leute wahr“, sagt Biker Hibben. Angst hat er auf dem Zweirad nicht, wenn er mit rund 230 km/h über die Autobahn rast. „Es ist schon ein sicheres Fahrgefühl. Der Lenker mit den gut zu bedienenden Schaltern liegt ermüdungsfrei in den Händen. Da hält man es stundenlang mit kleineren Pausen aus“, so der Barßeler Motorradfan. Ob es bei Vollgas auf der Autobahn regnet oder stürmt, zum Piloten dringen weder Nässe noch Wind vor – dem Verkleidungsschutz sei Dank.

Als „Motorradopa“ unter den Bikern fühlt sich Franz Josef Hibben nicht. Im Gegenteil: „Mich hält meine Leidenschaft jung.“ Rund 15 000 Kilometer „rast“ der Barßeler im Jahr ab. Mit seiner 1100 ccm kräftigen BMW hat Hibben schon halb Europa besucht und bereist. „Besonderen Spaß macht es immer wieder in den Bergen.“ In den Serpentinen könne man sich richtig in die Kurven legen.

Seine letzte Reise führte den Tischlermeister über rund 1100 Kilometer in die Partnergemeinde Barßels nach Elblag. Mit im Gepäck sein Bikerkollege Werner Heyen aus Bad Zwischenahn. Die Kontakte zu dieser Reise knüpfte Hibben auf dem Hafenfest in Barßel, als die polnische Delegation aus Elblag zu Gast in Barßel war. „Ich fühlte mich bei meinem Besuch in der Partnergemeinde sozusagen als Botschafter meines Heimatortes.“ Zum Trip nach Elblag gehörte auch der Besuch bei Bürgermeister Grzegorz Nowaczyk und seinen Mitarbeiterinnen Genowefa Kwoczek und Katarzyna Witaszek. „Ich wurde recht herzlich aufgenommen. Vor allem war ich über die Gastfreundschaft sehr überrascht.“ Besonders beeindruckte Franz Josef Hibben auch die Natürlichkeit der Menschen in Elblag.

Die mehrtägigen Reise führte den Motorradfahrer auch nach Nikolaiken, der „Perle der Masurischen Seenplatte“. Auf der Rückfahrt ging es entlang der Ostseeküste. Noch einige Tage möchte Hibben das Wetter zum Motorradfahren ausnutzen. Dann wird die Maschine „eingemottet“, bevor im Frühjahr der Sound seiner Maschine wieder erklingen wird.