BARßEL - „Da leistet man ehrenamtlich etwas für die Natur, und das ist dann der Dank dafür“, grämt sich Manfred Meinsen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sein Ärger ist verständlich, immerhin ist er um die Früchte seiner mühevollen Arbeit gebracht worden.

Was war passiert: Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) plant, den Deich an der Soeste in Barßel um etwa 50 Meter zu verlegen. Für diese Maßnahme musste eine ganze Reihe von Kopfweiden in Ufernähe weichen. Damit diese nicht umsonst gefällt wurden, schlug der BUND vor, Setzlinge abzuschneiden und diese dann wieder hinter dem neuen Deich einzupflanzen.

Die Idee wurde auch in die Tat umgesetzt, Wasseracht und die Barßeler Jugendfeuerwehr halfen beim Beschneiden. Während der Suche nach einem geeigneten Zwischenlagerplatz wurden die etwa 150 Setzlinge zunächst auf den Deich gelegt. Doch von dort sind sie über Nacht spurlos verschwunden.

„Da wollte wohl jemand billiges Brennholz haben“, erahnt Meinsen das Motiv der Diebe. Mit diesen geht er hart ins Gericht: „Mich ärgert vor allem die Gleichgültigkeit solcher Leute, die nicht einmal merken, dass sie damit Naturschützern ihr Arbeitsmaterial entwenden.“

Die Übeltäter müssen seiner Einschätzung nach gut motorisiert gewesen sein. „Mit einem normalen Auto kommt man auf diesen matschigen Wegen nicht weit. Sie dürften also ein geländegängiges Fahrzeug gehabt haben“, vermutet Meinsen. Und die einzigen Hinweise, Reifenabdrücke im Schlamm, geben ihm Recht dabei.