Im Nordwesten - 130, 100, 80 – oder sogar noch weniger: Baustellen auf Autobahnen und die damit verbundene schrittweise Reduzierung der Geschwindigkeit strapazieren häufig die Nerven ungeduldiger Verkehrsteilnehmer. Besonders ärgerlich sind die teilweise unvermeidbaren „Bremsklötze“ vor allem, wenn sie sich kilometerweit erstrecken oder über einen längeren Zeitraum bestehen. In beiden Fällen droht akute Stau- und Unfallgefahr.
Während der Schulferien in Niedersachsen (6. Juli bis 16. August) sollten Autofahrer deshalb etwas mehr Zeit für ihre Reise einplanen, sofern sie bestimmte Routen in der Region einschlagen. In diesem Zeitraum wird nämlich an mehreren Stellen auf den Autobahnen gewerkelt, an denen das Potenzial für einen Stillstand der Blechlawine besonders groß ist.
Diese Baustellen in der Region besitzen erhöhtes Staupotenzial. Bild: dpa
Die längste Baustelle
Die von der Strecke her längste Baustelle dürften vermutlich die wenigsten Autofahrer passieren, falls sie sich auf dem Weg in den Urlaub befinden.
Auf der dafür eher unattraktiven Autobahn 270 nordwestlich von Bremen werden voraussichtlich noch bis zum 9. Dezember die Fahrbahn erneuert und Brücken saniert sowie Leitplanken und die Fahrbahnmarkierung angebracht. Die Bauarbeiten erstrecken sich insgesamt über eine Länge von 10,5 Kilometern.
Die Fahrbahnerneuerung erfolgt laut Autobahn GmbH in Fahrtrichtung Farge. Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, dass die Maßnahmen zu einer sogenannten „2+0-Verkehrsführung“ führten, der Verkehr also auf insgesamt zwei Fahrstreifen auf einer Richtungsfahrbahn rollen werde.
Die meisten Baustellen
Spannender für die Urlauber (und natürlich alle anderen Verkehrsteilnehmer) sind wahrscheinlich die Baustellen auf der A 29, die jeweils zwar nicht so lang sind wie die Maßnahme in Bremen, dafür immer wieder vorkommen. Insgesamt fünf Dauerbaustellen stehen während der Ferienzeit an – los geht’s von Süden in Richtung Norden mit der Erneuerung von Betondeckenfeldern ab Ahlhorn.
Bis zum Autobahnkreuz Oldenburg Ost müssen die Verkehrsteilnehmer aufgrund einer solchen Maßnahme drei Baustellen durchfahren, die es zusammen auf eine Strecke von etwa 13,5 Kilometer bringen. Da es dabei zu einer wechselseitigen Sperrung des linken Fahrstreifens kommen kann und der Verkehr dann über den Standstreifen rollt, ist laut Autobahn GmbH mit eingeengten Fahrspuren zu rechnen.
Eine weitere Baustelle befindet sich im Bereich der Anschlussstelle Varel/Bockhorn, die letzte dann im Bereich der Anschlussstelle Fedderwardergroden.
Diese beiden Maßnahmen sorgen für angepasste Verkehrsführungen auf insgesamt sechs Kilometern.
Die Stau-Baustelle
Nach Einschätzung der Autobahn GmbH besitzen die Baustellen auf der A 29 und der A 270 jedoch nicht ganz das Staupotenzial der Baustelle auf der Autobahn 1 zwischen Groß Ippener und Wildeshausen. In Fahrtrichtung Osnabrück geht die Erneuerung der Betondeckenfelder mit einer Reduzierung von zwei auf einen Fahrstreifen am Baustellenanfang sowie teilweise eingeschränkten Fahrstreifenbreiten innerhalb der Baufelder einher.
Der Autobahnsprecher hält deshalb in den Verkehrsspitzenzeiten einen Rückstau am Baustellenanfang sowie teilweise auch innerhalb der Baufelder für sehr wahrscheinlich.
