Oldenburg/Düsseldorf - Der mutmaßliche islamistische Terrorist Marco G. aus Oldenburg sollte offenbar aus der Untersuchungshaft befreit werden. Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) teilte am Mittwoch mit, dass in der Zelle des 28-Jährigen in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal und in einem weiteren Haftraum Rasierklingen und ein selbst gebasteltes gefährliches Werkzeug gefunden worden seien.

Der „Bonner General-Anzeiger“ hatte zuvor von „konkreten Befreiungsplänen“ berichtet. Das wollte Kutschaty so nicht bestätigen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt jetzt gegen Unbekannt.

Gegen Marco G. wird seit über einem Jahr in Düsseldorf vor dem Oberlandesgericht verhandelt. Er soll 2012 eine Rohrbombe am Bonner Hauptbahnhof deponiert und mit weiteren angeklagten Islamisten ein Mordkomplott gegen einen Politiker geschmiedet haben. Dem zum Islam konvertierten Deutschen droht lebenslange Haft. Marco G., der in Oldenburg aufwuchs und zur Schule ging, wird der Bonner Salafisten-Szene zugerechnet.

Nach NWZ-Informationen sind die Sicherheitsvorkehrungen bereits vor einer Woche verschärft worden. Marco G. wurde in ein anderes Gefängnis verlegt und wird seitdem mit dem Hubschrauber zum Gericht geflogen. Auf dem Dach des Gerichts wurden Scharfschützen postiert.

„Man wird zu prüfen haben, wer ihm die Gegenstände hat zukommen lassen“, sagte Justizminister Kutschaty. Bei den Rasierklingen handele es sich um fünf Klingen von Einweg-Rasierern, deren Stiele abgebrochen worden waren.