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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Bereits 63 Leichen exhumiert

14.01.2016

Oldenburg /Delmenhorst /Bookholzberg „Die Zahl der möglichen Opfer des Klinikmörders Niels Högel steigt weiter. Auf welchem Friedhof in der Region die Polizei auch sucht, sie wird fündig. Seit die Soko Kardio im November 2014 ihre Arbeit aufgenommen hat, wurden 63 Leichen exhumiert und untersucht. Zuerst auf dem Friedhof von Ganderkesee, später in Delmenhorst, jetzt in Bookholzberg und Stuhr.

In 21 Fällen haben toxikologischen Untersuchungen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Ajmalin nachgewiesen, den Wirkstoff des Herzmedikaments Gilurytmal.

Högel hat zwischen 2003 und 2005 mehrere Patienten auf der Intensivstation im Klinikum Delmenhorst mit einer Überdosis des Medikaments getötet. In sechs Fällen ist er 2008 und 2015 bereits verurteilt worden, verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg.

Lesen Sie auch:Warum stoppte niemand Niels Högel?

Die bisherigen Erkenntnisse der Soko Kardio legen nahe, dass die von Högel selbst genannten Zahlen stimmen könnten: 30 Tötungen und 60 Tötungsversuche im Klinikum Delmenhorst.

Nach Angaben der Ermittler bestand in Delmenhorst bei 174 Patienten der Verdacht, dass der Ex-Krankenpfleger sie getötet hat. Dabei geht es nur um die erdbestatteten Patienten, nicht um die 101 während der Dienstzeit von Högel Verstorbenen, die feuerbestattet wurden. Diese konnten von der Gerichtsmedizin nicht mehr untersucht werden.

Dazu kommen noch Verdachtsfälle im Klinikum Oldenburg (Högel hat von 2000 bis 2002 dort gearbeitet) und im Rettungsdienst. Das Klinikum Oldenburg geht von bis zu zwölf Tötungen durch Kalium aus. Högel bestreitet aber Taten außerhalb von Delmenhorst. An Arbeitsstätten in Wilhelmshaven hat sich der Verdacht nicht bestätigt.

Oldenburgs Polizeipräsident Johann Kühme hofft, dass die Ermittlungsarbeiten im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen werden.

Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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