BERGEDORF - „Das wäre viel zu langweilig.“ – Peter Raske winkte ab. Nein, wenn er und seine mittelalterliche „Sippe“ am Sonntag, 7. Juni, beim Klosterfest in Bergedorf die Ermordung von Christian II. in Szene setzen, dann werde der Oldenburger Graf nicht – wie allgemein angenommen – im Schlaf erdolcht. „Das will doch keiner sehen.“ Nein, ein Schwertkampf sei schon dabei, auch ein heimtückisches Ablenkungsmanöver – und natürlich die spektakuläre Missetat.

Raske und seine „Sippe Skan'dinorinem“ fahren seit Jahren von Ort zu Ort, um das Mittelalter näher zu bringen – üblicherweise allerdings als Wikinger. Handwerkszubehör und Schilde, Äxte und Schwerter haben sie dann dabei. Zweimal wirkte die in Gewändern nach historischem Vorbild gekleidete Gruppe bereits am Bergedorfer Klosterfest mit. Jetzt hatte Gerd Logemann angefragt, ob sie den Meuchelmord des Jahres 1192 in Szene setzen könnten. Die Sippe willigte ein.

Ein Stück Geschichte

Worum es da geht: Nach dem Tod des Oldenburger Grafen Christian I. im Jahr 1167 war zwischen dessen Söhnen Christian II. und Moritz ein Erbstreit entbrannt. Als Christian von einem Kreuzzug heimkehrte, wurde er 1192 in Bergedorf ermordet – vermutlich im Auftrage seines Bruders Moritz, der später gemeinsam mit seiner Mutter am Tatort eine Sühnekapelle stiftete.

„Pöbeln“ wie im Mittelalter

„Skan'dinorinem“ wird sich ab 14.30 Uhr auf den Mord konzentrieren. Das Gastspiel werde vor dem Kräutergarten stattfinden, wohin sich die Mitspieler erst den Weg (durchs Publikum) bahnen würden. Das werde man so bewerkstelligen wie im Mittelalter üblich – „pöbelnd“. „Geht beiseite, Ihr Wanze“, heiße es da. Wer meckert, wird direkt angesprochen: „Ihr da mit der losen Zunge, tretet hervor, zeigt, dass Ihr kämpfen könnt!“

Raske selbst wird den Part der gräflichen Wache übernehmen, die von zwei der drei Übeltäter (Jörg Ostendorf und Stefan Reil) in einen Schwertkampf verstrickt wird. Währenddessen spielt der Dritte im Bunde (Christian Reil) den Mörder, der Graf (Christian Reil) ist, wie vorgegeben, das Opfer.

Ob das Stück dann noch weitergeht, womöglich mit anderen Teilnehmern des Festes, werde sich zeigen: „Flexibel muss man schon sein.“

Zwei Schaukämpfe

„Skan'dinorinem“ will außerdem um 12 und 16 Uhr Schaukämpfe zeigen, „nach internationalen Regeln“ und für alle Beteiligten ungefährlich, wie Raske versicherte.