BERLIN - Deutsche Reeder suchen nach mehr Schutz für ihre Schiffe vor Piratenüberfällen an Afrikas Küsten. Der Vorschlag britischer Reeder, eine private Flotte mit 20 bewaffneten Schnellbooten gegen die Seeräuber vor Somalia aufzustellen, ist beim Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg auf große Vorbehalte gestoßen. Wir halten das nicht für klug, private Armeen auf die offene See zu schicken, sagte VDR-Sprecher Max Johns der Rheinischen Post.
Die deutsche Regierung plant eine Anti-Piraten-Runde noch vor Weihnachten, wie Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU, Edewecht) gegenüber dieser Zeitung erklärte. Reeder, Verteidigungsministerium und Sicherheitsexperten wollen Erfahrungen sammeln und austauschen. Auch die Bewaffnung von Zivilschiffen sei eine Option, sagte der Bremer Reeder Niels Stolberg. Noch überwiegt jedoch die Skepsis bei Experten.
