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NWZonline.de Region

Warnung vor K.o.-Tropfen im Faschingstrubel

06.02.2016

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Frage: Frau Lübben, die Karnevalstage stehen bevor. Doch das Vergnügen birgt auch Risiken, vor denen der „Weiße Ring“ warnt. Welche?
Lübben: Es gibt vor allem eine Gefahr durch so genannte K.o.-Tropfen. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Fälle gehabt, bei denen Täter K.o.-Tropfen eingesetzt haben. Das bezieht sich nicht nur auf Karneval. Aber die lockere Partyatmosphäre und die damit verbundene Enthemmung machen es natürlich einfacher, den ausgemachten Opfern K.o.-Tropfen ins Getränk zu mischen. Viele sind alkoholisiert, passen nicht auf. Und schon ist es geschehen.
Frage: Welche Täter setzen K.o.-Tropfen ein und warum?
Lübben: Letztlich geht es den Tätern darum, andere Menschen gefügig zu machen oder außer Gefecht zu setzen. Danach ist es ein Leichtes, den Opfern Vermögenswerte zu entwenden oder sie zu vergewaltigen. Machtlosigkeit wird gezielt ausgenutzt. Gefährdet sind eher jüngere Menschen, die Situationen noch nicht so gut einschätzen können. Und es betrifft nicht nur Frauen.
Frage: Was passiert bei K.o.-Tropfen mit den Opfern?
Lübben: Bereits nach zehn bis 20 Minuten zeigt sich die Wirkung von K.o.-Tropfen: Schwindelgefühl, Übelkeit und Schläfrigkeit. Weitere Folgen sind Willenlosigkeit, ein Dämmerzustand oder auch Bewusstlosigkeit. Das Opfer hat häufig keine Erinnerung an das Geschehen.
Frage: Was raten Sie?
Lübben: Das eigene Getränk nicht aus den Augen zu verlieren, gegebenenfalls lieber stehen zu lassen und von Fremden keine offenen Getränke anzunehmen. Wer sich plötzlich nicht mehr wohlfühlt, wer Schwindel oder Übelkeit empfindet, der sollte sich an Freunde oder an das Personal des jeweiligen Veranstaltungsortes wenden. Bei einem konkreten Verdacht auf K.o.-Tropfen empfiehlt es sich, einen Arzt oder ein Krankenhauses aufzusuchen.
Frage: Wie kann der „Weiße Ring“ helfen?
Lübben: Wir arbeiten zunächst präventiv, in dem wir im Vorfeld darauf aufmerksam machen. Soviel ich weiß, gab es etwa in Delmenhorst 2015 keinen offiziellen Fall. Das heißt, da hat die Prävention gegriffen. Wenn es aber passiert ist, helfen wir den Opfern. Wir begleiten sie auch zur Polizei, wenn es zur Strafanzeige kommt. Wir unterstützen sie bei der psychischen Verarbeitung der Tat.

Gaby Lübbenleitet die Außenstelle der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ in Delmenhorst. Die 38-jährige Rechtsanwältin vertrat im Prozess gegen den Klinikmörder Niels Högel die Interessen der Nebenkläger.


Infos unter   www.weisser-ring.de 
Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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Polizei | Weißer Ring

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