Saterland - Ein ausländisch aussehender Mann tippt einer Saterländerin auf die Schulter. Auf dem Schild, was er dabeihat, steht, dass er für Behinderte und Taubstumme international sammeln würde. Er zeigt eine Liste mit Unterschriften von Leuten, die ihn bereits mit Spenden unterstützt hätten.

Eigentlich wollte auch die Saterländerin Geld spenden. Als sie bei dem Mann aber keine Spendendose sehen kann, wird sie misstrauisch und zieht ihre Spende zurück. Was folgt sind Beschimpfungen. Der Mann dreht sich um und geht.

Was hier laut Aussagen der Saterländerin im Gespräch mit der NWZ  Ende vergangener Woche in einem Supermarkt im Saterland passiert sei, ist kein Einzelfall. „Das ist schon ein jahreslanges Problem“, sagt Jan-Dirk Meiners, stellvertretender Pressesprecher der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, auf Nachfrage der NWZ. Meistens handele es sich dabei um Menschen bzw. Gruppen aus Osteuropa – häufig aus Rumänien oder Bulgarien – , die an Haustüren klingeln oder vor Supermärkten um Geld betteln würden. Dabei würden sie oft auf eine Notlage aufmerksam machen. Ob diese echt oder vorgetäuscht ist, sei nur schwer zu überprüfen, sagt Meiners weiter. „Relativ häufig“ würden der Polizei solche Fälle in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta unterkommen. In einigen Wochen manchmal sogar täglich.

Oft würden die Bettler dann einen Platzverweis bekommen. Wenn das Betteln zu aggressiv sei und es zu Beleidigungen käme, könne es gegebenenfalls sogar eine Strafanzeige geben, sagt Meiners. Hin und wieder sei die Bettelei auch verbunden mit Diebstählen. Zum Beispiel, wenn man tatsächlich vorhat, dem Bittenden etwas Geld zu geben, dieser einen dann ablenkt und nebenbei Scheine aus dem Portemonnaie stiehlt.

Doch wie kann man sich vor solchen Bettelattacken schützen? „Man sollte Vorsicht walten lassen“, sagt Meiners. „Nicht immer ist eine Notsituation vorhanden.“ Wenn sich die Bettler nähern, sei besondere Vorsicht angebracht. „Distanz wahren und sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen“, rät der stellvertretende Pressesprecher. Wenn die Bettelei zu aggressiv wird, sollte die Polizei gerufen werden.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland