Frage:
Herr Wessels, viele Imker sind aufgeregt und planen für Freitag eine Großdemonstration vor dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Braunschweig. Worum geht es?Wessels:
Es geht um die Wiederzulassung eines Pflanzenschutzmittels, das für Bienen sehr gefährlich werden kann. Das Pestizid Clothianidin hat in diesem Jahr für ein großes Bienensterben in Süddeutschland gesorgt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung deshalb kurzfristig stillgelegt. Jetzt gibt es die Sorge, dass bei einer Wiederzulassung des Mittels neue Gefahren entstehen.Frage:
Wie sind denn die Bienen mit dem Gift in Berührung gekommen?Wessels:
Offenbar hat es beim Ausbringen von mit Clothianidin gebeiztem Saatgut einen gewissen Abrieb gegeben, der sich in anderen Pflanzenblüten niedergeschlagen hat. Das hat zu der Schädigung vieler Bienen geführt. Der Wirkstoff, der eigentlich Saatgut vor Insekten schützen soll, ist im übrigen auch für Schmetterlinge und Hummeln gefährlich, wenn er an Blüten haftet.Frage:
Was muss jetzt geschehen?Wessels:
Die verantwortlichen Lebensmittelschützer müssen sicherstellen, dass sich die schlimmen Vorfälle aus Süddeutschland nicht an anderen Orten wiederholen können. Wenn das Mittel nicht absolut sicher eingesetzt werden kann, darf es keine Zulassung dafür geben. Mit der Sicherheit von Lebensmitteln darf nicht experimentiert werden.thema: Gefahr durch Pflanzenschutzmittel
Henning Wessels, Vorsitzender
des Imkervereins Butjadingen
