Wildeshausen/Emstek/Holdorf/Oldenburg - Im Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen die vier Männer aus Litauen, die in diversen Fällen unter anderem in Wildeshausen, Emstek und Holdorf Sattelzugmaschinen, Auflieger und hochwertige PKW gestohlen haben, sind die Angeklagten am Donnerstag zu Gefängnisstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt worden. Damit erfüllte die Kammer weitgehend die Anträge der Staatsanwaltschaft.
Insgesamt 23 Taten waren angeklagt. Etliche Verfahren mussten aber eingestellt werden, weil ein Nachweis nicht zu führen war.
Die Angeklagten hatten in dem mehrere Wochen andauernden Prozess bezüglich einiger Taten schließlich ein Geständnis abgelegt. Nur diese Taten bildeten dann die Grundlage für die Schuldsprüche. Mit brachialer Gewalt und mit einer bestimmten Software hatten die Angeklagten die Fahrzeuge aufbrechen und wegfahren können.
Teils in nur einer Nacht konnten sie eine Sattelzugmaschine, einen Auflieger und ein Auto im Wert von 100 000 Euro entwenden. Die teuren PKW sollen sie in den jeweiligen Aufliegern nach Litauen geschafft haben.
Über mögliche Hintermänner und Auftraggeber schwiegen sich die Angeklagten aus. Der Verdacht lag aber nahe. Ein Auto im Wert von 100 000 Euro konnte in Russland geortet werden. Eine Rückführung des Fahrzeugs war aber nicht mehr möglich.
Weil die Ortungssysteme in einigen Sattelzugmaschinen und Aufliegern nicht zerstört worden waren, konnten diese noch rechtzeitig aufgefunden werden. Die vorsitzende Richterin Judith Blohm bescheinigte den vier Angeklagten eine hohe kriminelle Energie. Die akribische Ermittlungsarbeit der Polizei hatte auf die Spur der angeklagten Männer geführt.
Über die Ausrüstung der Diebe, die in ihrer Wohnung gefunden worden war, staunten die Polizisten nicht schlecht. Schlüsselrohlinge, Laptops, spezielle Software, Transponder: Ein Zeuge sprach von einem „Rundum-sorglos-Paket für Diebe“.
