BLEXEN - BLEXEN - „Ich habe mir immer gewünscht, eine Sail einmal von Land aus zu erleben“, verriet Tadeusz Olechnowicz, als er am Montag im Blexer Gemeindehaus über sein Leben auf und mit Großseglern berichtete. In diesem Jahr wird sein Traum in Erfüllung gehen. Denn Kapitän Olechnowicz ist inzwischen Rentner und lebt mit seiner Frau Edith, die er bei der „Sail“ 1977 kennenlernte, in Blexen direkt am Deich.
Zwölf Jahre lang war der gebürtige Pole Kapitän auf den polnischen Segelschulschiffen „Dar Pormoza“ und „Dar Mlodziezy“. Die „Dar Mlodziezy“ wird er bei der „Sail“ wiedersehen. Tadeusz Olechnowicz hat zahlreiche Regatten erlebt. Im Jahre 1976, seinem ersten als Kapitän auf der „Dar Pormoza“, nahm er mit seiner Mannschaft an einer Regatta anlässlich der 200-Jahr-Feier der USA teil. „Gewinner war die ,Gorch Fock‘. Wir bekamen also nicht die goldene und die silberne Rolex, die Kapitän und Steuermann als Preis erhalten hatten.“
Ganz besonders gerne erinnert sich Olechnowicz an das Jahr 1980, denn er nahm an einer Regatta der „Sail Training Association“ teil, die alle zwei Jahre stattfindet. „Dies war mein erfolgreichstes Jahr, und ich war ein sehr glücklicher Mann.“ Nach einem Etappendoppelsieg überreichte die niederländische Königin Beatrix dem Kapitän nicht nur die Siegestrophäe, sondern auch die „Cutty Sark Trophy for International Understanding“. „Dieser Preis ist etwas Besonderes. Alle teilnehmenden Kapitäne der Regatta wählen in einer geheimen Wahl, wer diesen Preis erhält. Ich war sehr stolz, ihn zu bekommen.“
Das Sammeln von Trophäen war aber nicht die Hauptaufgabe des Kapitäns. „In erster Linie waren wir dafür zuständig, junge Menschen zu Offizieren und Kapitänen auszubilden.“ Außerdem fungierten Schiff und Besatzung als Botschafter. Sie trafen auf Staatsoberhäupter und königliche Hoheiten. Auch die finanzielle Seite musste bedacht werden. Aus diesem Grund nahm das Schulschiff Touristen mit an Bord, die in die Arbeit einbezogen wurden.
Während seiner Zeit als Kapitän erlebte Olechnowicz nicht nur schöne Momente an Bord, sondern auch schwere Unfälle und Todesfälle. „Im Jahre 1975 unterwegs von den Kanarischen Inseln zu den Bermudas starb unser Segelmeister an Herzversagen. 1982 mussten wir den verletzten Nautiker der ,Peter von Danzig‘ retten. Er war durch ein Feuer an Bord verletzt worden.“
Auch die schwere und zum Teil gefährliche Arbeit der Kadetten in den Segeln führte dazu, dass es zu Verletzungen wie Knochenbrüchen kam.
Heute hat der Kapitän außer Dienst nur noch festen Boden unter den Füßen und kann mit seiner Frau Edith in diesem Jahr die „Sail“ von der Landseite aus genießen.
