Bösel - „12-00-10“ – hinter dieser Kennzeichnung verbirgt sich das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Bösel. Als Maschinist wird derjenige Feuerwehrmann bezeichnet, der das jeweilige Einsatzfahrzeug bedient. Fabian Oltmann ist als Maschinist für das Feuerwehrhaus verantwortlich – bedeutet: „Ich bin hier Hausmeister“, übersetzt der 35-Jährige im Gespräch mit der NWZ seine Funktion. Auch er ist „Feuer und Flamme“ für die Böseler Feuerwehr.

Mehrmals die Woche schaut er im Feuerwehrhaus nach dem Rechten. Denn im Ernstfall muss alles funktionieren. Nicht auszudenken, wenn die Rolltore klemmen und die Fahrzeuge nicht ausrücken könnten. Also lässt Fabian Oltmann bei seinen Kontrollgängen die Rolltore hoch- und herunterfahren, ölt oder schraubt. „Vieles können wir selbst erledigen“, berichtet der Maschinist. „Wir“ schließt ausdrücklich auch die übrigen Kameraden mit ein. Gemeinsam mit dem Gerätewart wird beraten, ob selber repariert werden kann oder eine Fachfirma her muss.

Für diese Funktionsstelle prädestiniert ihn auch sein Beruf: Im Zivilleben ist er Elektroinstallateur. So konnten vor einiger Zeit auch die Lampen im Aufenthaltsraum selbst ausgetauscht werden. Einen Bewegungsmelder für den großen Monitor hat er selbst installiert. Der Vorteil: Sobald im Falle eines Einsatzes die Feuerwehrleute ins Feuerwehrhaus kommen, springt der Monitor an und zeigt die Daten zum Einsatz. Langes Einschalten entfällt. Ein neues Schließsystem ist auch gerade im vergangenen Jahr installiert worden.

Die „Schlüsselgewalt“ über fast jeden Raum im Feuerwehrhaus hat der Maschinist Oltmann. Nur die Büros des Gemeindebrandmeisters sowie des Jugendwartes bleiben auch ihm verschlossen.

Zu seinem routinemäßigem Rundgang gehört der Heizungsraum, entlang der Spinde geht es weiter in Richtung der Fahrzeughalle und in die Werkstatt. „Es gibt immer etwas zu tun“, berichtet der 35-Jährige – und sei es, einen Spind für einen neuen Kameraden umzustellen.

Sauberkeit spielt eine große Rolle: Einmal im Monat treffen sich eingeteilte Kameraden zum Putzdienst. Man mag es kaum glauben: „Da zieht jeder mit“, berichtet Fabian Oltmann, der die Kameradschaft in der Truppe lobt. Einmal im Jahr kommen alle Einsatzkräfte zusammen für eine große Reinigungsaktion.

Fabian Oltmann ist als Quereinsteiger erst 2014 in die Freiwillige Feuerwehr gekommen – „über einen Kumpel“, wie er berichtet. Seinen Sohn Tom (7) nimmt er regelmäßig auf den Routinegängen mit. Auch der sei schon „Feuer und Flamme“. Der Weg in die Feuerwehr scheint damit vorprogrammiert.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)