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Jugendfeuerwehr „Freunde durch dick und dünn“

Marius Meyer

BöSEL - Warum gehen Jugendliche in die Feuerwehr? Die Jungs von der Böseler Jugendfeuerwehr müssen nicht lange überlegen. Die Antworten kommen – dieses Bild sei erlaubt – wie aus dem Feuerwehrschlauch geschossen. „Ich finde die Autos toll“, sagt der zwölfjährige Gerd Nording. „Die Zeltlager machen Spaß“, ergänzt der gleichaltrige Christopher Theilmann. Doch es geht den Elf- bis 15-Jährigen wohl doch nicht nur um den Spaß. Wer denn später mal Feuer löschen und Leben retten möchte, hilft der Reporter fragend ein bisschen nach. Da schießen alle Hände in die Höhe.

Mit Spaß bei der Sache

„Es stimmt schon,“ meint später Arthur Kasperczyk, „ein rotes Auto mit Blaulicht, das ist für die Jungen Faszination pur. Wenn wir sie zu Beginn einer Gruppenstunde fragen, was sie unternehmen wollen, dann wollen sie am liebsten mit dem Löschfahrzeug durch Bösel fahren.“ Kasperczyk ist der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr in Bösel.

„Wir bereiten die Jugendlichen auf die spätere Arbeit in der aktiven Wehr vor“, beschreibt der 25-jährige Industriekaufmann die Aufgabe der Jugendfeuerwehr. Diese wolle man auf spielerische Art und Weise erfüllen, so sollen die Mitglieder an den Umgang mit den Geräten, Schläuchen und Maschinen herangeführt werden. Bei Wettkämpfen zwischen den verschiedenen Jugendfeuerwehren können die Jungfeuerwehrleute dann beweisen, was sie in den wöchentlichen Gruppenstunden gelernt haben und wie sie mit C- und Saugschläuchen, mit Strahlrohren und Arbeitsleinen umgehen können.

Bei den Wettbewerben gebe es die Disziplinen Staffellauf und Löschangriff, erklärt Jannes Möller (13). Der Feuerwehrnachwuchs bildet dabei zwei Gruppen zu je neun Mitglieder. Der Aufbau dieser Teams orientiert sich an den Löschgruppen der aktiven Feuerwehr. Sie umfassen den Gruppenführer und den Melder, einen Maschinisten und je einen aus zwei Personen bestehenden Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp.

Beim Staffellauf geht es darum, nacheinander verschiedene Aufgaben zu erledigen, wie sie in der Praxis vorkommen. So müssen Schläuche ab- und aufgerollt werden, Helm, Koppel und Handschuhe angelegt werden. Die Jungen müssen auch beweisen, dass sie eine Schlaufe um eine Feuerwehrspritze legen können – im Brandfall ist diese wichtig, um einen Schlauch in oder auf ein Gebäude ziehen zu können.

In der Disziplin Löschangriff wird eine Brandbekämpfung als Trockenübung durchgeführt. Ein echtes Feuer darf für diese Wettbewerbe nicht mehr angezündet werden, erklärt Kasperczyk.

Die Jugendfeuerwehr Bösel hat derzeit 18 Mitglieder, alles Jungs. Dass sie aber auch für Mädchen offen steht, betont Jugendwart Kasperczyk: „2010 haben wir zwei Mädchen an die aktive Wehr abgeben.“ In die können die jungen Feuerwehrleute mit 16 Jahren eintreten. In Bösel geschieht das, wenn mehrere Mitglieder diese Altersgrenze erreicht haben, sie wechseln dann gemeinsam in den freiwilligen Dienst.

Große Kameradschaft

Kasperczyk ist sich sicher, dass die Kameradschaft unter den Jungs groß ist. „Das sind 18 Freunde, die gehen durch dick und dünn.“ „Und da lässt keiner den anderen hängen“, ergänzt sein Mit-Betreuer Dominik Meiners (20).

Ihre Aufgabe, für Nachwuchsleute zu sorgen, erledigt die Böseler Jugendfeuerwehr seit Jahrzehnten. Im kommenden Jahr feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen. Und sie ist erfolgreich. Kasperczyk: „Die Feuerwehr hat derzeit 47 aktive Mitglieder. Von denen haben nur zwei nicht in der Jugendfeuerwehr angefangen.“

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