BöSEL - Vor dem St.-Raphael-Kindergarten in Bösel steht ein Rettungswagen. Davor die Liege. August Kock im roten DRK-Outfit ist umringt von Kindern. Nein, im Kindergarten ist nichts passiert. Das Deutsche Rote Kreuz ist zu Gast und weiht die rund 60 „Lernzwerge“ – so werden die Vorschulkinder genannt – in die Arbeit der Rettungsdienste ein. August Kock macht jede Schublade im Rettungswagen auf, zeigt, was alles im Wagen ist, um Menschen in Not zu helfen: Stethoskop, Blutdruckmessgerät, Beatmungsbeutel und und und. „Hier, fühlt mal“, sagt August Kock zu den sechs Kindern, die gerade bei ihm sind. „Das ist ja warm“, sagt ein kleiner Junge. In dem Plastikfläschchen ist eine auf Körpertemperatur angewärmte Kochsalzlösung für Infusionen.
Die Kinder haben ihren Spaß, denn keiner von ihnen musste bisher tatsächlich mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Klar also, dass das Liegen auf der Trage gut gefällt. „Das war am schönsten“, sagt der sechsjährige Danyel. Timo (6) ergänzt: „Wenn man auf der Trage im Wagen liegt, kann man schön gucken, was da alles drin ist.“
Drinnen in der kleinen Sporthalle des Kindergartens ist August Kocks Frau Brigitte mit einer Gruppe von acht Kindern beschäftigt. Sie fragt: „Wie heißt ihr denn?“ Alle rufen durcheinander ihren Namen. „Wisst ihr denn auch, wo ihr wohnt?“ Manche nicken, viele rufen es aus: „In Bösel!“ Brigitte Kock: „Das müsst ihr immer wissen, denn wenn mal etwas schlimmes passiert, ihr den Notruf betätigt, müsst ihr genau sagen, wo ihr seid und wie ihr heißt.“ Kurze Pause. „Welche Telefonnummer müsst ihr anrufen, wenn etwas passiert ist?“ Lautes Schweigen. Die Kinder murmeln, trauen sich aber nichts zu sagen. Dann sagt einer: „Die Feuerwehr erreicht man unter der 211.“ Brigitte Kock lobt den Jungen und muss ihn doch korrigieren: „Fast richtig: Feuerwehr und Rettungswagen erreichen wir unter der 112.“ Das werden alle Kinder gelernt haben. Für den Notfall sind sie gerüstet. Für den Fall, der hoffentlich nie eintritt.
