Bookholzberg - Immer wieder Stillstand auf der B 212. Wann immer die die Ampel an der Bookholzberger Ortsdurchfahrt auf Rot sprang, stauten sich in Fahrtrichtung Ganderkesee die Autos und Lastwagen fast bis zur Bahnüberführung zurück. Zur Feierabendzeit keine ungewöhnliche Beobachtung – trotzdem war am Dienstagnachmittag etwas anders als sonst: Fast alle Fahrer hatten ein Lächeln im Gesicht, viele winkten zum rechten Straßenrand.
Dort hatten sich an diesem Nachmittag die Moorfüxe postiert, die mit Schildern und Gesten auf ihr Anliegen aufmerksam machten: im Straßenverkehr auf Kinder zu achten und in angemessenem Tempo zu fahren. In ihrer Gruppenstunde am vorigen Dienstag hatten die Bookholzberger Pfadfinder eigens für die Aktion bunte Plakate gemalt, die insbesondere auf die speziellen Bedürfnisse von Schulanfängern aufmerksam machen sollten.
„Der Leitspruch der Pfadfinder lautet: ,Der Starke schützt den Schwachen’“, erklärte Steffen Schwamb den Hintergrund des Engagements. Schwamb leitet die Gruppe zusammen mit Ralf Eigenbrodt und Melina Schwamb. Allen ist es ein erklärtes Anliegen, dafür zu sorgen, dass die Moorfüxe eine Haltung entwickeln. „Wir wollen bald darüber sprechen, was Influencer sind“, so Eigenbrodt. Am Straßenrand würden die Pfadfinder selbst zu Influencern, also Menschen, die andere beeinflussen – in diesem Fall auf positive Weise.
Den Nutzen der Aktion sah Eigenbrodt auf zwei Seiten: Zum einen würden Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisiert, dass Schulanfänger den Straßenverkehr noch nicht im gleichen Maße einschätzen können wie ältere Kinder. Zum anderen bekämen aber auch die Moorfüxe selbst eine sehr unmittelbare Rückmeldung auf ihr Tun.
Nur vereinzelt äußerten Fahrer ihren Missmut über die Aktion, indem sie sich mit dem Zeigefinger an die Stirn tippten. Die große Mehrheit erwiderte das Winken der Moorfüxe und freute sich sichtlich über den „Daumen hoch“, mit dem die Kinder fürs Abbremsen dankten.
Einen nachhaltigen Effekt werde die Aktion vor allem bei den Pfadfindern haben, vermutete Eigenbrodt. „Die Kinder merken: Andere Verkehrsteilnehmer sind nicht unsere Gegner.“ Aber auch bei den Kraftfahrern werde eine Wirkung erzielt. „Und wenn es nur die ist, dass wir ihnen nach Feierabend ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.“
Die Moorfüxe treffen sich dienstags von 15 bis 18 Uhr an ihrem Fuchsbau in Kreyenhoop. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter
