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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Müllwelle erreicht Borkum

05.01.2019

Borkum Nach der Havarie eines der weltweit größten Containerschiffe in der Nordsee hat die Müllwelle nun auch die deutschen Inseln erreicht. Am Strand von Borkum wurden am Freitag Fernseher, Plastikspielzeug und große Mengen Verpackungsmüll angespült.

Strandläufer der Kurverwaltung hatten die Fernseher am Morgen entdeckt, wie der NDR berichtete. Es seien rund 30 Geräte und einige weitere Haushaltsgegenstände angespült worden, bestätigte die Insel-Polizei. Im Verlauf des Tages wuchs dann die Menge des Treibgutes. Auf den niederländischen Inseln haben derweil Soldaten am Freitag mit dem Aufräumen der Strände begonnen.

Auch die Fischer haben inzwischen mit den Folgen der Havarie zu kämpfen. Kapitän Hendrik van der Ploeg vom Fischkutter GRE 3 „Germania“ staunte nicht schlecht, als er in seinen Netzen jede Menge Handdampfreiniger fand. Fischerkollegen aus dem holländischen Zoutkamp berichten außerdem von Fängen, die von Kompressoren über Flachbildschirme bis hin zu Sandalen reichen.

Das klinge zunächst harmlos, so der Deutsche Fischerei-Verband, jedoch seien die Container eine große Gefahr für die Fischerei: „Sie treiben zum Teil knapp unter der Wasseroberfläche und werden vom Radar nicht erfasst. Das kann bei stürmischer See zu einem großen Kollisionsrisiko für Schifffahrt und Fischerei führen. Wenn sie dann endgültig untergegangen sind, entstehen Hakstellen für die Fischerei. Im besten Fall wird dadurch nur das Netz zerrissen. Sie können aber auch zu schweren Unfällen und zum Kentern der Kutter führen.“ Um dem vorzubeugen hat sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste am Freitag für den Einsatz von Minenjagdbooten ausgesprochen.

So oder so wird das Thema die Behörden und die betroffene Reederei wohl noch lange beschäftigen. „Wir gehen nach Angaben der Reederei MSC derzeit von etwas über 270 Containern aus, die über Bord gegangen sind“, sagte ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven. „Darunter soll nach aktuellen Angaben ein Container mit dem Gefahrgut Dibenzoylperoxid sein.“ Ein weiterer Container mit Gefahrgut enthalte Lithiumionenbatterien, bestätigte das Havariekommando am Nachmittag.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) rechnet damit, dass noch mehr anlandet. „Die Berechnungen, die gemacht worden sind, zeigen, dass Borkum, Juist und Norderney betroffen sein könnten – die anderen Inseln eher nicht“, sagte er in Hannover. Neben Lies machte sich auch die Umweltorganisation Greenpeace für die Ausrüstung von Gefahrgut-Containern mit automatischen Peilsendern stark. Diese sollen dafür sorgen, dass Container mit gefährlichen Stoffen auch unter Wasser schnell gefunden werden können.

Bei der Suche unter Wasser wird derzeit unter anderem auch die „Wega“ vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit seinem Sonargerät sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei und ein Ölüberwachungsflugzeug eingesetzt. Vom Mehrzweckschiff „Neuwerk“ wird die Aktion vor Ort koordiniert. Auch zwei Tonnenleger waren am Freitag bei den Such- und Bergungsarbeiten im Einsatz. „Am Wochenende soll sich das Wetter verschlechtern“, sagte der Sprecher. Das könnte zwar die Bergung von Containern auf dem Meer erschweren, doch dürfte andererseits der Nordwestwind vermehrt Treibgut anspülen.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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