BRAKE/BREMERHAVEN/HOOKSIEL - Eine knappe halbe Stunde brauchte der Schwimmkran „Samson“, um den Braker Fischtrawler „Hoheweg“ am Montagabend vom Grund der Nordsee an die Oberfläche zu hieven. Erst beim dritten Versuch gelang es den Tauchern, die zweite armdicke Stahl-Hebetrosse anzubringen. Zehn Minuten später ragte die Mastspitze des Kutters aus dem Wasser. Um 19 Uhr meldete Werner Kinkartz, Leiter des für die Bergung zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven, Vollzug. 325 Tonnen Gesamtgewicht zeigte die Waage des „Samson“ an. Das reine Gewicht der „Hoheweg“ wurde mit 180 bis 250 Tonnen taxiert. Der Rest waren Sand und Wasser.
Das Wrack ist zum Teil stark zerbeult, dick mit Muscheln besetzt, und einige Fensterscheiben sind zerstört. Wasser und Sand mussten noch vor Ort aus dem Rumpf gepumpt werden, bevor es am Haken des Krans nach Bremerhaven gebracht werden konnte, wo es in der Nacht erwartet wurde.
Während der Arbeiten an der Unglücksstelle wurden die Nordergründe in einem Radius von 1000 Metern für die gesamte Schifffahrt gesperrt. Die Wasserschutzpolizei Bremerhaven, die mit ihrem Schiff „Bremen 3“ vor Ort war, meldete keinerlei Vorkommnisse.
Bei dem Untergang der „Hoheweg“ am 8. November 2006 waren alle vier Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Leichen des Steuermanns Siegried Breitenfeld und des Decksmanns Wolfgang Larsen (beide von der Insel Rügen) wurden Mitte Dezember 2006 geborgen. Der Leichnam des Auszubildenden Sören Büsker aus Hooksiel wurde am 10. Juni vor Helgoland gefunden. Über den noch immer vermissten Braker Kapitän Sven Hullmann konnte die Wasserschutzpolizei am Montagabend noch keine Angaben machen. Es wird nicht ausgeschlossen, dass er sich noch an Bord befindet.
