BRAKE - Am Mittwoch, 8. November 2006, um 21.45 Uhr wird der Trawler „Hoheweg“ in den Nordergründen etwa 16 Seemeilen südöstlich von Helgoland vermisst, das letzte Zeichen empfängt die Seenotleitstelle Bremen von der an Bord befindlichen automatischen Seefunkbake. Bei stürmischer See beginnt eine groß angelegte Rettungsaktion, doch das Schiff mit vier Besatzungsmitgliedern bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Gefunden werden die Funkbake, eine leere Rettungsinsel, Fischkisten und Ausrüstungsgegenstände.
Auch am folgenden Tag bleibt die Suchaktion ohne Erfolg. Die stürmische See hält das Wracksuchschiff „Atair“ an der Reede vor Neuwerk fest.
Am 15. November ortet die „Atair“ die „Hoheweg“ in acht Metern Wassertiefe in Nordergründe-Nord, von den vier an Bord befindlichen Seeleuten fehlt noch jede Spur.
Tauchgänge können wegen des schlechten Wetters erst am 17. November stattfinden. Das Schiff liegt relativ unbeschädigt auf der Steuerbordseite, es ist bereits eineinhalb Meter in den Sand eingeschwemmt. Die zwei Meter unter der Wasseroberfläche schwimmenden Netze behindern die Taucharbeiten. Von der Crew weiterhin keine Spur, eingedrungenes Sediment behindert den Blick auf die unversehrte Brücke.
Am 7. Dezember werden am Strand der Insel Pellworm die Leichen des 38-jährigen Decksmanns Wolfgang Larsen und am Tag darauf nahe Brunsbüttel die Leiche des 47 Jahre alten Steuermanns Siegfried Breitenfeld (beide von der Insel Rügen) gefunden. Am 10. Juni diesen Jahres entdeckte ein Skipper vor Helgoland die Leiche des Auszubildenden Sören Büsker aus Hooksiel. Der Braker Kapitän Sven Hullmann blieb weiterhin vermisst.
Am 18. Juni teilt das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven mit, dass die Bergung der „Hoheweg“ für die zweite oder dritte Juliwoche vorgesehen ist.
Am Montag trifft der Schwimmkran „Samson“ an der Unfallstelle ein, um mit der Bergung zu beginnen.
