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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Ein bisschen Heimat fern der Familie

01.12.2017

Brake „Die Weihnachtstage sind für Seeleute nicht einfach. Viele werden traurig, weil sie nicht zu Hause bei ihren Familien sein können.“ Hannes Hausburg weiß, wovon er spricht: Der 76-Jährige ist früher selbst zur See gefahren und hat während seiner beruflichen Laufbahn kein einziges Weihnachtsfest im Kreise seiner Familie gefeiert. „Entweder war ich auf See oder wir lagen in einem ausländischen Hafen“, erzählt der ehemalige Nautiker.

Weil er weiß, wie es sich anfühlt, mehrere Monate fern der Heimat zu sein, engagiert sich Hannes Hausburg seit 15 Jahren ehrenamtlich für die Deutsche Seemannsmission Unterweser.

„Ich möchte den Seeleuten in der heutigen hektischen Zeit etwas Gemütlichkeit bieten. Die können sie bei uns im Seamen’s Club genießen“, so Hausburg.

Die Deutsche Seemannsmission Unterweser betreut in den Häfen Nordenham, Brake und Elsfleth Seeleute aus aller Welt. Sieben ehrenamtliche Männer und Frauen gehen dabei regelmäßig als Besucher an Bord der in den Häfen liegenden Schiffe.

Im vergangenen Jahr haben die Bordbesucher der Seemannsmission an der Unterweser mit rund 1100 Seeleuten auf 217 Schiffen Kontakt aufgenommen. Im Vorfeld werden die ehrenamtlichen Helfer darüber informiert, wann welche Schiffe in den Häfen einlaufen, das heißt, sie wissen rechtzeitig Bescheid über Größe und Nationalitäten der Besatzung und können sich entsprechend vorbereiten.

Vorbereiten worauf? „Wir bringen den Seeleuten auf Wunsch Zeitungen in ihrer Landessprache an Bord und fragen nach, ob sie irgendwelche Wünsche haben, ob es Probleme gibt oder ob wir etwas für sie besorgen sollen. Manche möchten sich auch einfach mit jemandem unterhalten, der nicht zur Besatzung gehört“, erklärt Hannes Hausburg, der jahrelang Bordbesucher war.

Mittlerweile mischt er allerdings im Seamen’s Club mit, der zweiten Säule des Ehrenamtes bei der Seemannsmission Unterweser: In den Räumlichkeiten des Seamen’s Club können sich Seeleute, deren Schiff etwas länger im Braker Hafen liegt, erholen, können Computer nutzen und mit ihren Familien Kontakt aufnehmen, sie können fernsehen, Bücher ausleihen und haben die Möglichkeit, Getränke, Snacks und Hygieneartikel zu erwerben.

Lesen Sie alle Artikel unserer Adventskalender-Serie (auch aus dem Jahr 2016) in unserem Online-Spezial.

„Früher konnten die Seeleute auch einfach mal in die Stadt gehen, wenn sie einkaufen oder vielleicht einen Gottesdienst besuchen wollten. Seit einigen Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen im Hafen allerdings sehr hoch und das ist nicht mehr so einfach,“ bedauert Hannes Hausburg.

Dennoch kümmern sich die Ehrenamtlichen vom Seamen’s Club darum, dass Seeleuten solche Wünsche erfüllt werden.

Und auch, wenn ein Seemann oder eine Seefrau erkrankt ist und bis zur Genesung weder zurück aufs Schiff noch die Rückreise in die Heimat antreten kann, kümmert sich die Seemannsmission und betreut die invaliden Seeleute.

Jan-Dirk Schaefer ist ebenfalls einer von zehn ehrenamtlichen Betreibern des Seamen’s Club. Auch er ist früher zur See gefahren und engagiert sich gern in der Seemannsmission.

„Mit 15 Jahren war ich als Seemann in Amsterdam das erste Mal bei Stella Maris, der katholischen Seemannsmission. Seither weiß ich, wie schön das ist, wenn man nach Monaten an Bord eines Schiffes von solchen Leuten aufgenommen wird“, berichtet Schaefer. Seine positiven Erfahrungen möchte er mit seinem Ehrenamt nun weitergeben und den Seeleuten aus fernen Ländern in Brake ein wenig Heimat geben.

Eine große Aktion der Seemannsmission Unterweser ist in jedem Jahr die Verteilung von Weihnachtstüten mit Naschwerk, Selbstgestricktem und Hygieneartikeln an Hunderte Seeleute aus aller Welt. Und wie reagieren diese auf solche und andere Überraschungen? „Die freuen sich ungemein und sind sehr dankbar – über jede Kleinigkeit! Allein schon, wenn man an Bord kommt und sie besucht, blickt man häufig in strahlende Gesichter“, lässt Hannes Hausburg wissen, und scheint dabei selbst ein wenig zu strahlen.

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Deutsche Seemannsmission | Hafen Brake