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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizeitaucher suchen Beweise in Brake

12.10.2017

Brake /Oldenburger Land Die Ermittlungen im Fall des mutmaßlichen Braker Kinder-Vergewaltigers laufen auf Hochtouren. Nach NWZ-Informationen durchkämmten am Mittwochnachmittag Einsatzkräfte der Polizei das Umfeld der Wohnung des Tatverdächtigen.

Auch die Oldenburger Polizeitaucher waren im Einsatz. Sie durchsuchten einen Tümpel, der sich in der Nähe der gemeinsamen Wohnung von Täter und Opfer befindet. Auch am Fähranleger in Golzwarden (Brake) suchten die Ermittler den Uferrand mit Metalldetektoren ab. Dabei müssen es die Ermittler offenbar auf weggeworfene Datenträger abgesehen haben. Wonach die Beamten genau gesucht haben, blieb auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft in Hannover jedoch unbeantwortet. „Wir suchen zumindest nicht nach Leichenteilen“, schloss eine Sprecherin der Behörde aus.

Lesen Sie auch die Reportage über Polizeitaucher „Tiefe Wasser sind still“

Der Verdächtige sitzt derweil weiterhin in Untersuchungshaft. Das Gericht hat es für möglich gehalten, dass der Mann weitere Taten begehen würde. Zudem sah der Haftrichter Fluchtgefahr. Den Mann erwarten bei einer Verurteilung nach Auskunft der Staatsanwaltschaft bis zu 15 Jahre Haft für seine Taten. „Er wird nie wieder in sein Umfeld zurückkehren können“, sagt Georg Ungefuk von der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, die das Verfahren am Mittwochnachmittag an die Staatsanwaltschaft in Hannover abgab.

In neun Fällen soll der 24-jährige Küchenmonteur aus Brake die vierjährige Tochter seiner Lebensgefährtin schwer sexuell missbraucht haben. Er soll zudem Videos von seinen Taten angefertigt und in einem besonders geschützten Bereich des Internets veröffentlicht haben. Bilder des mutmaßlichen Täters kursierten in den sozialen Netzwerken.

Staatsanwaltschaft geht von Einzeltäter aus

Ob sich der 24-jährige Tatverdächtige zu den Vorwürfen geäußert hat, wollte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der NWZ nicht kommentieren. Man gehe derzeit jedoch davon aus, dass es sich bei dem Mann um einen Einzeltäter handelt und er keinem Kinderporno-Ring angehört. Ebenfalls als unwahrscheinlich gilt, dass der Mann mit den Videoaufnahmen der Gräueltaten im Internet Geld verdient hat. Nicht ausgeschlossen ist, dass der mutmaßliche Täter aus Profilierungssucht gehandelt haben könnte. „Wir kennen das aus anderen Fällen, dass sich Täter in solchen Netzwerken mit den von ihnen produzierten Videos ein gewisses Ansehen erarbeiten wollen“, sagt Staatsanwalt Georg Ungefuk.

Hinweise auf den Fall hatte das Bundeskriminalamt zuvor von ausländischen Behörden bekommen: Im Darknet war ein Missbrauchsvideo aufgetaucht, bei dem im Hintergrund der Ton eines deutschen Fernsehprogramms zu hören war. Trotz aller technischer Kniffe gelang es dem Expertenteam nicht, eine Spur zu dem Täter zu finden.

Erfolgreiche BKA-Fahndung mit Bild des Opfers

Weil die große Befürchtung bestand, dass das kleine Mädchen weiter dem Missbrauch ausgesetzt ist, ordnete das Amtsgericht Gießen auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft die öffentliche Fahndung mit Missbrauchsfotos des Mädchens an.

Der entscheidende Hinweis auf den Täter ist nach NWZ-Recherchen auf dem Polizeirevier in Brake eingegangen. Familienangehörige des Opfers, darunter dessen Mutter, hatten den 24-Jährigen dort angezeigt. Bestätigen wollte das die Polizei auf Nachfrage nicht. Das Bundeskriminalamt (BKA) spricht davon, dass der Täter aus dem persönlichen Umfeld des Kindes stamme und „kein Unbekannter der Familie“ sei. Der mutmaßliche Täter hat mit dem Opfer und dessen Mutter in einer gemeinsamen Wohnung in Brake gelebt.

Bereits am Dienstagnachmittag durchsuchten Ermittler einer Sonderkommission die Wohnung. Dabei wurden laut Bundeskriminalamt auch Beweismittel sichergestellt. Das Mädchen befinde sich nach Angaben der Ermittler in elterlicher Obhut. Es soll ihm den Umständen entsprechend gut gehen.

Hier finden Missbrauchsopfer und Angehörige Hilfe

In der gesamten Region kümmern sich Beratungsstellen um Missbrauchopfer. An diesen Stellen finden Betroffene und Angehörige unter anderem Hilfe:

 Landkreis Friesland

Koordinierungsstelle Kinderschutz Fachbereich Jugend, Familie, Schule und Kultur, Dienstleistungszentrum Landkreis Friesland (Varel) Telefon  04451/953527; sowie diverse Anlaufstellen der Familien- und Kinderservicebüros im gesamten Landkreis Friesland.

 Delmenhorst

Koordinierungsstelle Kinderschutz Telefon  04221/ 992573; Beratungssstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen unter Telefon  04221/992450; Allgemeiner Sozialer Dienst Erziehungshilfe Telefon  04221/991123.

 Landkreis Vechta

Caritas Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Telefon  04441/8707690.

 Cloppenburg

Allgemeiner Sozialer Dienst des Jugendamtes des Landkreises Cloppenburg Telefon  04471/15284; Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta Telefon  04471/18 600, Erziehungsberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien Telefon  04471/184050; Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband CloppenburgTelefon  04471/ 87252, Frauennotruf Cloppenburg e. V./ Beratungs- und Interventionsstelle (BISS)Telefon  04471/ 930 830.

 Oldenburg

Kinderschutz-Zentrum Oldenburg Telefon  0441/ 17788; Familienberatungsstelle der AWO Telefon  0441/ 973770; Wildwasser Oldenburg e. V. Telefon  0441/ 16656 ; Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Telefon  0441/ 2353500; Amt für Jugend und Familie Telefon  0441/2352722.

 Landkreis Ammerland

Weisser Ring e.V. Telefon  04491/ 939143 und 116006; Kinderschutzbund Ammerland Gewaltberatungsstelle Wendekreis Telefon  04403/ 63132; Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Landkreis Ammerland Telefon  04488/ 565900.

 Wesermarsch

Deutscher Kinderschutzbund (DKSB) Ortsverein Brake Jens Pannemann Telefon  04401/4588, DKSB Nordenham Christine Sassen-Schreiber Telefon  04731/ 22094; AWO Angela Hinzert Telefon  04401/937914; Caritas Wesermarsch Beate Deppe Telefon  04731/6465; Sozialwerk Wesermarsch Hannelore Kassens Telefon  04401/857854.