Apen - Es soll wie eine Szene im Tatort-Krimi gewesen sein: Vorigen Sonnabend beobachten Anwohner eines Mehrfamilienhauses in Apen (Kreis Ammerland) auf der Straße einen schwarzen 7er-BMW mit Oldenburger Kennzeichen, auf dem Fahrzeugdach ein aufgesetztes Blaulicht. Vier Männer, alle schwarz gekleidet, steigen aus, maskieren sich mit Sturmhauben, haben Schusswaffen in den Händen. Einer öffnet den Kofferraum, holt ein Maschinengewehr hervor. Jetzt hat eine Zeugin genug gesehen. Sie alarmiert die Polizei. Und die löst einen Großeinsatz aus.
Zehn Streifenwagen eilen nach Apen an die Schulstraat 2. Dort hatte man die dunkle Limousine zuletzt gesehen. Aus der Luft werden die eingesetzten Kräfte von einem Polizeihubschrauber unterstützt.
Etwa 45 Minuten später wird der BMW aufgefunden – ganz in der Nähe des vermeintlichen Tatorts. Die Insassen wundern sich über das Großaufgebot der Polizei. „Wir gehören zu einer Hochzeitsgesellschaft und wollten die Braut entführen. Das ist alles“, sagt einer. Die „Waffen“ erweisen sich als Kinderspielzeug.
Die Polizei bläst darauf hin ihre Großfahndung ab, kann dem alten Hochzeitsbrauch der Brautentführung in dieser Form aber nichts abgewinnen. „Wir mussten von einer Echtlage ausgehen“, sagte ein Polizeisprecher. Man werde nun prüfen, ob die „Brautentführer“ die Kosten des Einsatzes zahlen müssen.
