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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Gericht: Pflegehelfer-Prozess schon unterbrochen

30.10.2019

Bremen Kaum gestartet, schon unterbrochen: Vor dem Landgericht in Bremen hat am Dienstag der Prozess gegen einen 39-jährigen Pflegehelfer begonnen, dem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird. Er soll laut Anklage im März zwei Bewohnerinnen eines diakonischen Pflegeheims in der Bremer Innenstadt ohne medizinische Notwendigkeit Insulin gespritzt haben. Mittlerweile seien drei weitere Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Kelle. Wegen eines „inneren Zusammenhangs“ zum laufenden Verfahren sollen die Akten zunächst beschafft werden.

In seiner Vernehmung habe der Angeklagte bereits gestanden, dass er absichtlich falsche Medikamente verabreicht habe, hieß es vor Prozessbeginn. Eine Angehörige verfolgt das Verfahren als Nebenklägerin.

Richter Kelle unterbrach nach einer knappen Stunde die Sitzung, die am 13. November fortgesetzt werden soll. Dann sollen die Ergebnisse der weiteren Ermittlungen zur Sprache kommen. „Alle Arbeitsplätze des Angeklagten werden auf Unregelmäßigkeiten untersucht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade.

In seiner Anklage zu Beginn der Hauptverhandlung sagte Staatsanwalt Martin Gwinner, der Pflegehelfer habe durch das Insulin eine 75-Jährige in Lebensgefahr gebracht. Im Krankenhaus habe sie gerettet werden können. Gwinner zufolge wollte der Pfleger die Bewohnerinnen aus der von ihm selbst erzeugten Notlage retten, um Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann einen tödlichen Ausgang durch die Insulinspritze zumindest billigend in Kauf genommen hat. Sie wollte ihn deshalb auch wegen versuchten Mordes anklagen. Das ließ das Landgericht aber nicht zu, weil der Pfleger im Fall der 75-Jährigen selbst einen Notarzt gerufen hatte. Das wertet das Gericht als Rücktrittsgedanken.

Das von Gwinner geschilderte Motiv erinnert an den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel, der im Juni vom Landgericht Oldenburg wegen 85 Morden zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Er hatte seine Patienten mit Medikamenten vergiftet, die zum Herzstillstand führten, um sie anschließend reanimieren zu können. So wollte er vor Kollegen als Retter glänzen. Das Urteil gegen Högel ist noch nicht rechtskräftig.

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