BREMEN - Nach tödlichen Schüssen aus einer Pumpgun muss sich seit Donnerstag ein 28 Jahre alter Mann vor dem Landgericht in Bremen verantworten. Die Staatsanwältin warf ihm am ersten Verhandlungstag Mord aus niederen Beweggründen vor.
Er soll die Tat, bei der ein 22-Jähriger starb, in der Nacht zum 5. Februar in der Nähe des Einkaufszentrums Blockdiek im Stadtteil Osterholz verübt haben. Mitangeklagt wegen Beihilfe ist auch ein Mann, der zur Tatzeit 19 Jahre alt war. Das Alter des jüngeren Angeklagten sei ausschlaggebend dafür, dass der Prozess vor der Großen Jugendkammer stattfinde, sagte der Sprecher des Landgerichts, Thorsten Prange.
Einen Begleiter des Opfers sollen die beiden Angeklagten verprügelt haben, nachdem der 22-Jährige bereits tot war. Hintergrund sei ein mehrere Wochen zurückliegender Streit im Milieu von jungen Leuten, die aus ehemaligen Sowjetrepubliken stammen.
Der 28-Jährige habe einen Mann in der Tatnacht zu dem Treffpunkt am Einkaufszentrum bestellt, um ihn für eine Auseinandersetzung Ende 2011 zu bestrafen, verlas die Staatsanwältin aus der Anklageschrift. Stattdessen sei das spätere Opfer mit einem Begleiter erschienen.
Der angeklagte 28-Jährige habe von seinem späteren Opfer Auskunft darüber verlangt, wo sich sein Kontrahent aufhalte. Als dieser sich weigerte, habe er gedroht, seine Pumpgun, eine Art mehrschüssige Schrotflinte, abzufeuern. Daraufhin sagte der 22-Jährige nach Angaben der Staatsanwältin: Machs doch. Der in Kasachstan geborene 28-Jährige habe tatsächlich abgedrückt, das Opfer brach mit mehreren Treffern in der Brust zusammen und starb.
Die beiden Angeklagten äußerten sich zu Prozessbeginn nicht, der Pflichtverteidiger des Älteren kündigte jedoch an, sein Mandant wolle zu einem späteren Zeitpunkt Angaben machen.
Der Prozess wird am 22. August fortgesetzt. Zunächst sind acht Termine geplant.
