Bremen - Die Bremer Justizvollzugsanstalt (JVA) hat neue Bewohner bekommen: Sechs Katzen aus dem Tierheim gehen seit kurzem im Außengelände des Gefängnisses auf Mäuse- und Rattenjagd. Für die verwilderten Hauskatzen gibt es mehr als 15.000 Quadratmeter Grünfläche, wie der Leiter der JVA, Carsten Bauer, sagte. In einem Holzhäuschen mit Körbchen, Decken, Kratzbaum und Spielzeug können sie sich zurückziehen.
Die Idee zu dem ungewöhnlichen Umzug aus dem Tierheim ins Gefängnis hatte Ingo Schröder, der als JVA-Bediensteter für die Landschaftspflege in der Anstalt zuständig ist. „Das Tierheim sucht ja immer einen Platz mit großem gesichertem Garten“, sagte Schröder. „Und genau den können wir ihnen hier bieten.“ JVA-Leiter Bauer stimmte sofort zu: „Wir haben permanent das Problem mit Schädlingen, insbesondere mit Ratten.“ Mit Gift seien sie kaum zu vertreiben. Eine Woche nach dem Einzug der Katzen habe sich dagegen die Situation schon merklich verbessert, sagte Schröder.
Ein enger Kontakt der Katzen zu den Inhaftierten sei zwar theoretisch möglich, trotzdem aber eher unwahrscheinlich, sagte Bauer. „Das sind keine Schmusekatzen, sie sind sehr scheu.“ Selbst wenn sie mit Futter angelockt werden, näherten sie sich einem Menschen nur bis auf fünf Meter.
