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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Gastwirt will griechische Familie bei sich aufnehmen

11.08.2018

Bremerhaven Alexis Vaiou, ein griechischer Gastwirt aus Bremerhaven, hat mit seiner Familie einen schönen Sommerurlaub auf Rhodos verbracht. „Von dort aus sind wir rüber auf das Festland. Rund fünf Kilometer von Mati entfernt haben wir uns ein Strandhotel genommen. Dann kamen diese furchtbaren Bilder im Fernsehen. Verbrannte Menschen, Tote, verkohlte Häuser, weinende Familien. Ich habe das gesehen und auch geweint“, erinnert sich Vaiou, dem schon wieder die Tränen in den Augen stehen.

Vaiou hat am nächsten Tag reagiert. So, wie er das in Bremerhaven schon seit Jahren tut, wenn es darum geht, bedürftigen Menschen beizustehen. Mithilfe eines Verwandten und des griechischen Fernsehsenders Star wurden zwei kleine Jungen ausfindig gemacht, die bei ihren Großeltern aufwachsen. Sie waren in demselben Fernsehbeitrag über Brandopfer zu sehen, der auch Vaiou so anrührte.

Beide Kinder, aber auch die Erwachsenen haben erhebliche Brandverletzungen davongetragen. „Ich habe mich entschlossen, diese Familie nach Bremerhaven zu holen und in unseren Ferienwohnungen unterzubringen. Ich hoffe, dass sie kommen, denn sie haben nichts mehr“, weiß Vaiou, der in Athen gemeinsam mit der Bremerhavener Tafel eine griechische Tafel installierte.

Gelebt haben Großeltern und Enkelkinder zuvor in einem Haus in der Region Mati. Dort wüteten die Waldbrände besonders heftig. „Das Haus ist eine Ruine, alles Bargeld verbrannt, keine Erinnerungen mehr“, berichtet Vaiou im Gespräch mit der Nordwest-Zeitung. Einen Kloß im Hals hat er immer noch.

Die Bremerhavener Tafel und deren Geschäftsführer Manfred Jabs sind über die Pläne des Gastwirtes informiert. „Wir werden alles für diese vier Menschen tun. Sie und viele andere hat die griechische Regierung einfach auf der Straße stehen lassen. Mit Anstand und Menschenwürde hat das meiner Meinung nach nichts zu tun“, kritisiert Vaiou. Regeln muss er noch die medizinische Versorgung seiner griechischen Landsleute.

Bei aller Hilfsbereitschaft ist bis heute unklar, ob Großeltern und Enkelkinder den Weg nach Bremerhaven antreten. „Ich bezahle die Flüge. Hoffentlich sagen sie zu – schon wegen der Kinder“, meint Vaiou und wischt sich die nächste Träne weg.

Heiner Otto
Korrespondent
Redaktion Bremerhaven
Tel:
0471 95154216

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