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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Brutaler Messerstecher zehn Jahre in Haft

21.09.2016

Oldenburg /Delmenhorst Im Delmenhorster Totschlagsprozess vor dem Oldenburger Schwurgericht ist der Angeklagte am Dienstag zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 48-jährige Familienvater hatte am 7. März dieses Jahres in der Küche seines Hauses an der Cramerstraße in Delmenhorst vor den Augen der gemeinsamen Kinder (10 und 14 Jahre alt) und eines Austauschschülers aus Frankreich seine Frau mit 31 wuchtigen und tiefen Messerstichen getötet.

„Sie haben den Kindern die Mutter und das unbeschwerte Leben geraubt“, hielt der Vorsitzende Richter Frederik Franz dem Angeklagten vor. Mit dem Strafmaß erfüllte das Gericht den Antrag von Oberstaatsanwalt Thomas Sander. Die Verteidigung hatte fünf Jahre Haft beantragt. Fest steht, das komplett ungleiche Paar gehörte nicht zusammen. Sie war das Feuer und das Leben, er die Disziplin und die Isolation. So hatte es eine Psychiaterin beschrieben.

Resignation, eine permanente Frustration, Trennungsängste und ein Unterlegenheitsgefühl hätten aus dem Angeklagten einen „gebrochenen Mann“ gemacht, so Richter Franz. Die Einschläge kamen näher und häufiger. Die Frau hatte sich einem anderen Mann zugewandt. Das Unheil nahte. Als der Angeklagte am Tattag auch den Verlust der Kinder befürchten musste, kam es zu einer regelrechten Gewaltexplosion. Die Kammer stufte das Unfassbare dann auch als Affekttat ein. Deswegen wurde dem 48-Jährigen eine verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt.

Damit lag für das Delikt die Strafobergrenze bei elf Jahren und drei Monaten Gefängnis. Und genau dieses Strafmaß hatte die Delmenhorster Anwältin Dr. Corina Seiter für den Angeklagten gefordert. Sie vertrat zusammen mit einem Kollegen die Kinder des Paares. Anwältin Dr. Seiter hielt die Brutalität des Angeklagten und den Umstand, dass er seine Frau im Beisein der Kinder getötet hatte, für besonders verwerflich.

Während der Urteilsbegründung hatten die Eltern des Angeklagten im Sitzungssaal einen Nervenzusammenbruch erlitten. Sie wurden mit Notarzt und Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Die Urteilsbegründung musste so lange unterbrochen werden.

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Delmenhorst | Schwurgericht