BURHAVE - 2010 sei für die Feuerwehr Burhave das Jahr der Weichenstellung gewesen, sagte Burhaves Ortsbrandmeister Stefan Hobbie bei der Jahreshauptversammlung seiner Wehr im Rathaussaal. Dabei zählte er als herausragende Ereignisse die Wahl eines neuen Führungsduos mit ihm und seinem Stellvertreter, die Wahl von Gerhard Hennicke zum künftigen Gemeindebrandmeister und des neuen Kreisbrandmeisters auf.
Daneben seien mit den Umbauarbeiten in und um das Burhaver Feuerwehrhaus entscheidende Schritte in die Zukunft gelungen, für die die Burhaver Feuerwehrleute viele Stunden Freizeit ehrenamtlich geopfert hätten.
All diese Veränderungen seien auch die Chance, alte Zöpfe abzuschneiden und die schon gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Gemeinderat neu zu definieren, auszubauen und zu vertiefen. Deshalb habe die Feuerwehr Burhave auch erstmals alle Ratsmitglieder aus ihrem Löschbezirk zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Nur gemeinsam könne man den Herausforderungen der Zukunft begegnen.
Als ein Beispiel führte Hobbie die derzeitige Diskussion um einen Hotelbau am Burhaver Deich an, bei dem die Feuerwehr Burhave aus Sicht des Brandschutzes unbedingt mit einbezogen werden müsse. Und auch die Probleme wie Tagesalarmsicherheit, Mitgliederschwund in den Feuerwehren und die Einhaltung der Mindeststärken im Zeitalter des demografischen Wandels müssten gemeinsam angegangen werden. Um Bürger für die Mitarbeit bei der Feuerwehr gewinnen zu können, hatte die Burhaver Wehr im vergangenen Jahr einen Arbeitskreis Mitgliedergewinnung eingerichtet, der aber Unterstützung von der Verwaltung und auch aus dem Rat brauche. Es gebe immer noch das Problem, dass früher oder später Feuerwehrleute berufsbedingt Burhave und damit auch die Feuerwehr verlassen würden, so Hobbie.
Neben motivierten Feuerwehrleuten brauche es trotz leerer Kassen auch das richtige und zeitgemäße Gerät, um den Menschen in Not helfen zu können. Weil jeder Euro effektiv eingesetzt werden müsse, lud Stefan Hobbie die Ratsmitglieder zu einem offenen Dialog ein, bei dem gemeinsam über die künftige Ausstattung der Feuerwehr beraten werden soll.
Im vergangenen Jahr rückten die 40 Männer und zwei Frauen der Burhaver Wehr zu insgesamt 43 Einsätzen aus. Von den 16 Brandeinsätzen im Jahr 2010 gehen allein fünf Brände auf das Konto eines Brandstifters, der im September in der Weserstraße sein Unwesen getrieben hatte.
Unter den 13 technischen Hilfeleistungen waren auch wieder mehrere Verkehrsunfällen, bei denen die Feuerwehr Personen befreien musste. Für einen jungen Mann kam dabei allerdings jede Hilfe zu spät.
Das Durchschnittsalter der Burhaver Feuerwehr liegt wie auch im Vorjahr stabil bei 30 Jahren. Insgesamt leisteten die Burhaver Brandretter im vergangenen Jahr 10 316 Stunden.
