BUSCH - Es war ein brutales Verbrechen, das die Menschen im Landkreis schockierte. Fünf Männer drangen im April 1993 nachts gegen 2 Uhr in das Haus eines älteren Ehepaars an der L 872 in Busch ein und misshandelten die beiden Dötlinger, 75 und 79 Jahre alt, in einer Gewaltorgie von Schlägen und Tritten. Das Ehepaar erlitt schwerste Verletzungen. Die 75-jährige Frau verstarb drei Monate später an der Folgen der Verletzungen. Jetzt ist der letzte mutmaßliche Täter des brutalen Raubüberfalls nach Deutschland ausgeliefert worden. Vom Fahndungserfolg nach 17 Jahren spricht die Staatsanwaltschaft Oldenburg.
Auf erheblichen Druck der Ermittlungsbehörden, so die Staatsanwälte, sei der inzwischen 36-jährige Rumäne im Mai 2010 von England nach Deutschland ausgeliefert worden. Zur Tatzeit war er 19 Jahre alt gewesen. Ihm wird zu Last gelegt, mit vier weiteren Tätern in das Haus eingebrochen zu sein. Er befand sich als einziger der fünf Täter noch auf freien Fuß. Die anderen vier wurden 1999 beziehungsweise 2007 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Der jetzt ausgelieferte Tatverdächtige ist die Person, durch die die Ermittlungen 1993 ins Rollen gekommen waren: Eine am Tatort gesicherte Fingerabdruckspur wurde über das automatisierte Fingerabdruckidentifizierungssystem (AFIS) beim Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen dem Beschuldigten zugeordnet. Im September 1993 folgte gegen ihn ein Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Raubes mit Todesfolge. Zielfahnder des LKA fanden den Mann in Rumänien. Beamte des LKA und der Kripo Wildeshausen vernahmen ihn im Jahr 1997. Der Mann gestand die Tat und benannte die inzwischen als Mittäter verurteilten Personen. Doch: Der Rumäne musste damals auf freien Fuß gesetzt werden, weil es kein Auslieferungsabkommen der Bundesrepublik mit Rumänien gab. Zufällig geriet dieser Tatverdächtige dann im Mai 2009 jedoch in London in eine Polizeikontrolle und wurde schließlich im Mai 2010 nach Deutschland ausgeliefert, so die Staatsanwaltschaft.
