Butjadingen/Nordenham - 45.000 Euro sind viel Geld. Genau diese Summe hat am Montag eine 79-jährigen Butjadingerin von einem unbekannten Anrufer als Gewinn in Aussicht gestellt bekommen. Der Frau kam die Sache spanisch vor – sie wandte sich an die Polizei. Die ermittelt nun wegen versuchten Betrugs. Markus Hausenblas, Sprecher des Nordenhamer Polizeikommissariats, warnt vor derlei betrügerischen Gewinnversprechungen.

Der Anrufer, bei dem laut Polizei eine vorgetäuschte Düsseldorfer Vorwahl (0211) angezeigt wurde, setzte die Butjadingerin über den vermeintlichen Gewinn in Kenntnis. Angeblich hatte sie Anfang des Jahres bei einem Gewinnspiel mitgemacht und könne sich nun über 45 000 Euro freuen. Vorher, so der Anrufer, müsste sie allerdings eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 900 Euro bezahlen. Die Rentnerin erfuhr, dass am nächsten Tag ein „Mitarbeiter“ vorbeikommen werde, um das Geld abzuholen.

Dazu kam es nicht. Stattdessen erhielt die Frau einen erneuten Anruf von dem angeblichen Gewinnspielunternehmen. Nun hieß es, sie soll im Gegenwert von 900 Euro Gutscheinkarten erwerben und dann telefonisch die auf diesen Karten vermerkten Cash-Codes übermitteln. Erhältlich sind solche Gutscheinkarten laut Markus Hausenblas in Verbrauchermärkten und anderen Geschäften. Die Codes sind dann quasi wie Bargeld – man kann damit einkaufen.

Die Butjadingerin hütete sich zum Glück, tatsächlich solche Codes telefonisch zu übermitteln. Daraufhin, so die Polizei, habe der Anrufer des angeblichen Gewinnspielunternehmens das Gespräch beendet.

Betrüger würden die Gewinnspiel-Masche in unterschiedlichen Varianten anwenden, sagt Markus Hausenblas. Das Grundmuster sei jedoch immer das gleiche: Vor einer Gewinnübergabe würden die Opfer dazu aufgefordert, eine finanzielle Gegenleistung zu erbringen – also eine Gebühr zu bezahlen, eine kostenpflichtige Hotline anzurufen oder eben auch Cash-Codes zu übermitteln.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, solchen Aufforderungen nachzukommen. Wie Bürgerinnen und Bürger sich vor solchen Maschen schützen können, erfahren sie im Internet oder bei jeder Polizeidienststelle.