CELLE - Der Celler Generalstaatsanwalt Harald Range hat das als zu milde kritisierte Urteil im „Hells Angels“-Prozess von Hannover verteidigt. Die Justiz nehme gewalttätige Auseinandersetzungen unter Bandenmitgliedern sehr ernst und gehe keineswegs von Bagatelldelikten aus, sagte Range beim Neujahrsempfang des Oberlandesgerichts Celle am Freitag laut einer Mitteilung. Dies sei an der siebenmonatigen Untersuchungshaft für die verdächtigen „Hells Angels“-Mitglieder und an den großen Sicherheitsvorkehrungen während der Verhandlung ablesbar.
Der Prozess gegen 14 Motorradrocker war im Dezember nach einer Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung überraschend schnell zu Ende gegangen. Elf Angeklagte erhielten lediglich Bewährungsstrafen. Diese Männer könnten sicher sein, dass sie genau beobachtet und bei geringsten Verfehlungen ins Gefängnis geschickt werden, erklärte der Generalstaatsanwalt.
Die Strafanzeige eines Rintelner Amtsrichters gegen den Vorsitzenden Richter und den Staatsanwalt im „Hells Angels“-Prozess wegen Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt wollte Range nicht kommentieren. Der Amtsrichter hatte die Vereinbarung als „rechtswidrigen, ja kriminellen Deal“ bezeichnet.
Die 14 „Hells Angels“ hatten 2006 bei Bremen das Vereinsheim der verfeindeten „Bandidos“ überfallen und fünf Männer mit Axtstielen schwer verletzt.
