Cloppenburg - Ein Großbrand, der am Donnerstag gegen 10.30 Uhr ausbrach, hat ein Mehrparteienhaus am Soestenweg in Cloppenburg unbewohnbar gemacht. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei detonierte aus bislang unbekannter Ursache eine Gasflasche bei Dacharbeiten, mit denen gerade ein Fachmann beschäftigt war.
Der Dachdecker wurde hierdurch schwer verletzt, und der Dachstuhl geriet in Brand. Trotz seiner Verletzungen schaffte es der Verletzte noch, vier anwesende Bewohner des Sechs-Parteien-Hauses, darunter ein Kleinkind, zu warnen, so dass diese das Gebäude unverletzt verlassen konnten.
Etwa 100 Feuerwehrleute vor Ort
Der Dachdecker, der ansprechbar war, wurde mit schweren Verbrennungen per Rettungshelikopter in eine Klink gebracht. Die Feuerwehren Cloppenburg, Cappeln, Löningen und Garrel sowie die Feuerwehrtechnische Zentrale, die mit etwa 100 Einsatzkräften ausrückten, bekämpften die Flammen.
Nach Angaben des stellvertretenden Stadtbrandmeisters Dieter Leuschner stand ein Teil des Dachstuhls bereits beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Cloppenburg lichterloh in Flammen. Die Einsatzkräfte waren per Sirenenalarm zur Brandstelle gerufen worden.
Unter schwerem Atemschutz drangen zwei Trupps à zwei Feuerwehrleute ins Gebäude ein. Parallel wurde ein massiver Wasserangriff über die Drehleiter gestartet. Denn der Brand hatte sich in Minutenschnelle über den gesamten Dachstuhl ausgebreitet. Darüber hinaus wurden auch die Gebäudeseiten massiv mit Wasser bearbeitet. Allein die Cloppenburger Wehr war mit 40 Feuerwehrleuten vor Ort.
Schnell wurde auch eine zweite Drehleiter aus Löningen nachalarmiert. Die Kollegen aus dem Südkreis rückten dann mit insgesamt drei Fahrzeugen und 15 Kräften an. Und auch die Wehr aus Cappeln wurde an den Brandort nachalarmiert. Diese unterstützte mit 20 Leuten und zwei Feuerwehrwagen die Löscharbeiten.
Diese gestalteten sich schwierig und dauerten mehrere Stunden. Denn unter den Dachziegeln hatte sich das Feuer ausgebreitet. Nachdem die Ziegeln zum großen Teil entfernt waren, kamen die Feuerwehrleute besser an den Brand heran. „Es ist noch Feuer im Dachstuhl“, so Leuschner, als die Löscharbeiten bereits 50 Minuten liefen.
Einsatzstelle großräumig abgeriegelt
An der Einsatzstelle waren auch mehrere Streifenwagen der Polizei, die zur Gewährleistung der Löscharbeiten das Einsatzgebiet vor allem um die Soestenstraße herum großräumig abriegelte. Darüber hinaus mussten die Beamten den einen oder anderen Schaulustigen, der bereits sein Smartphone gezückt hatte, zur Ordnung rufen.
Rettungskräfte des DRK, die ihre Zentrale am wenige hundert Meter entfernten Hofkamp haben, waren mit drei Fahrzeugen vor Ort. Die Psychosoziale Notfallversorgung (früher Kriseninterventionsteam) war mit mehreren Mitgliedern vor Ort, die sich auch um die Hausbewohner kümmerten.
Haus nicht mehr bewohnbar
Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist das Wohnhaus nicht weiter bewohnbar. Die Bewohner kommen laut Polizeiangaben größtenteils bei Angehörigen unter. Außerdem wurde Kontakt zur Stadt Cloppenburg aufgenommen, um gegebenenfalls Unterkünfte zu organisieren. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden direkt vor Ort durch Brandermittler der Polizei aufgenommen.
Eilig war auch ein Mitarbeiter des Energiedienstleisters EWE an die Brandstelle gekommen. Er stellte zügig Strom, Gas und Wasser ab, denn die Gasleitungen liefen nach oben zu den sich offenbar auf dem Dachboden befindlichen Thermen.

