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nordwest-zeitung

Ehrenamt Corona macht Wehr erfinderisch

Cloppenburg - Die gute Nachricht zuerst: Von ihrer Schlagkraft hat die Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg in der Coronazeit nichts eingebüßt. Das ist das Fazit von Stadtbrandmeister Horst Lade nach knapp sechs Monaten unter Corona-Bedingungen. Die schlechte Nachricht: Die Kameradschaft hat zumindest ein bisschen gelitten. Denn mit der 95 bis 100 Mann starken Truppe haben sich die Kameraden seit Mitte März nicht mehr getroffen.

Freier Mittwoch

„Für die Kameraden ist es neu, dass sie aktuell Mittwochabend frei haben. Vielleicht merken sie, dass es auch ohne geht. Wir haben aber die Hoffnung, dass alle bei der Stange bleiben“, sagt Lade. Damit die Einsatzbereitschaft der Wehr bestehen bleibt, auch wenn es mal in ihren Reihen eine Corona-Infektion geben sollte, ist die Mannschaft in viele kleinere Einheiten eingeteilt. Acht Gruppen mit jeweils zwölf Feuerwehrleuten üben zusammen und gehen gemeinsam auf Einsätze. Die Gruppen sind nach den unterschiedlichen drei Alarmierungsschleifen eingeteilt, sagt Lade.

Einmal alle zwei Wochen wird in diesen Kleingruppen dann auch im Feuerwehrhaus geübt, damit das Wissen um das Einsatzwesen frisch bleibt. „Das Feedback ist positiv. Die Ausbildung ist intensiver durch die kleineren Gruppen“, hat Lade zurückgespiegelt bekommen.

Einen Mehraufwand hatten die Feuerwehrkameraden durch Übungsszenarien, die regelmäßig absolviert werden müssen – allerdings coronabedingt nicht angeboten wurden. So wurde für die Atemschutzgeräteträger eine kleine Teststrecke beim Feuerwehrhaus aufgebaut, um ihre Tauglichkeit zu überprüfen.

„An einem Samstag lief die Überprüfung, das war ein kleiner Lichtblick, etwas Normalität“, sagt Feuerwehrmann Björn Lichtfuß. Er hat unter den Kameraden mal gesammelt, was ihnen am meisten fehlt. Dazu zählen auch ausgefallene Lehrgänge sowie die Meinung, dass die Ausbildung gelitten habe.

Den meisten Feuerwehrleuten fehle die Kameradschaft. So wurden in den vergangenen sechs Monaten auch Kinder geboren. Das obligatorische „Storchaufstellen“ wurde nur von einigen Kameraden im Stillen vorgenommen. Auch Hochzeiten standen an, wurden aber nicht oder nur im kleinen Kreis gefeiert. Ehrungen sollen jetzt im Herbst nachgeholt werden.

Neue Kameraden

Einige neue Kameraden sind zudem dazugekommen oder frisch dabei – die sind dem Rest aber kaum oder gar nicht bekannt. Und auch das „bemängeln“ einige Feuerwehrleute in der kleinen Umfrage von Lichtfuß. Absprachen im gesamten Team erfolgen aktuell über Whatsapp oder durch eine wöchentliche E-Mail von Lade. Die nächsten Schritte sehen die Wiederaufnahme des Übungsbetriebs für die Jugendfeuerwehr vor, außerdem soll die Gruppenstärke auf 19 bis 20 Kameraden erhöht werden. Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Auch die Einsatzzahlen sind geringer. Rückten die Cloppenburger bis Mitte September 2019 schon 188 Mal aus, waren es in diesem Jahr „erst“ 128 Einsätze.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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