CLOPPENBURG - Die Kreisverkehrswacht hat auf ihrer Hauptversammlung Joachim Nitsche und Alwin Henke für 50 Jahre unfallfreies Autofahren ausgezeichnet. Vorsitzender Andreas Krems ehrte die beiden als vorbildliche Verkehrsteilnehmer.
Ziel der Kreisverkehrswacht sei es, gemeinsam mit allen am Straßenverkehr beteiligten Gruppen Strategien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erarbeiten, so Krems auf der Versammlung am Freitagabend bei „Wienken“. Mit Blick auf die Unfallstatistik betonte er die Wichtigkeit dieser Bemühungen.
Um zu zeigen, welche tragischen Schicksale sich hinter diesen Zahlen verbergen, waren das Unfallopfer Michaela Meyer, die Notärztin Dr. Almut Opolka und Polizeikommissar Achim Wach eingeladen. Sie besuchen regelmäßig Schulen und klären Jugendliche ab der 10. Klasse über die Gefahren im Straßenverkehr auf.
Mit Aufklärungsspots, die erschreckende Unfallszenen zeigen, möchten sie die Jugendlichen aufrütteln. Wach und Opolka warnen die Jugendlichen vor Trunkenheitsfahrten und überhöhten Geschwindigkeiten, da dies die häufigsten Ursachen für Unfälle seien. Sie berichten schonungslos von den schweren Verkehrsunfällen, die sie während ihrer beruflichen Tätigkeit immer wieder erleben.
Michaela Meyer, die gemeinsam mit ihrem damaligen Freund auf der Rückfahrt von einem Disco-Besuch schwer verunglückte, berichtet den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll über ihr eigenes tragisches Schicksal. Nach dem Unfall lag sie monatelang im Koma. Es folgten jahrelange Krankenhaus- und Reha-Behandlungen. Auch heute ist die 25-Jährige nur mit großer Mühe und Hilfsmitteln in der Lage zu gehen. „Ich möchte den Jugendlichen zeigen, wie schnell so ein Unfall das ganze Leben zerstört. Besonders den Mädchen möchte ich Mut machen, dass sie nicht in ein Auto steigen, wenn der Fahrer Alkohol getrunken hat oder übermüdet ist“, erläuterte Meyer ihre Beweggründe. Sie hofft, durch ihre Schilderungen andere Jugendliche vor dem gleichen Schicksal bewahren zu können.
Hauptkommissar Klaus Fangmann, Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht, zeigte anhand der Statistik, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Unfälle und der Todesopfer in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg um 12,4 Prozent angestiegen sei. Die Zahl der Todesfälle sei sogar um 21,2 Prozent und die Zahl der Schwerverletzten um 26,1 Prozent gestiegen. Mit diesen Zahlen vor Augen verteidigte er die Aufstellung von Radaranlagen an Unfallschwerpunkten. Die Unfallstatistik beweise, dass die Zahl der Unfälle an diesen Strecken nach dem Aufstellen der Radar-Anlagen drastisch zurückgegangen sei.
Nicht ins Auto steigen, wenn der Fahrer getrunken hat oder übermüdet ist
