CLOPPENBURG/LüBECK - Die Idylle an Deutschlands Ostseeküste ist bedroht. Rund 10 000 Tonnen Schweröl bewegen sich unaufhaltsam auf die Lübecker Bucht zu. Besonders gefährdet ist das Gebiet um die Mündung der Trave.

Das Technische Hilfswerk (THW) zieht im Auftrag des Havariekommandos alle verfügbaren Einheiten zur Ölschadenbekämpfung in Lübeck zusammen. Der Deutsche Wetterdienst sagt für die Nacht Sturmböen voraus. Insgesamt werden mehr als 1000 THWler im Einsatz sein. Mit Feuerwehren, Sanitätsdiensten und Bundespolizei sollen sie der drohenden Katastrophe Herr werden.

„Glücklicherweise handelt es sich nur um eine fiktive Schadenslage“, sagt Thomas Jahnke, Leiter des Aufbaustabs Öl der THW-Bundesanstalt. Insgesamt 1250 Übungsteilnehmer, unter ihnen THW-Helfer aus 118 Ortsverbänden aus ganz Deutschland, nahmen an der dreitägigen Übung teil und inszenierten eine Materialschlacht wie im Echteinsatz. Mitten in diesem Szenario befand sich auch die Fachgruppe Ölschadenbekämpfung aus Cloppenburg. Die 16 Helfer unter Gruppenführer Christoph Berlin waren Teil der größten Übung zur Ölschadenbekämpfung an der Küste, die es in Deutschland je gab. Ihre Aufgabe war es, in verschiedenen Abschnitten simuliertes Öl vom Strand zu sammeln oder noch nicht betroffene Bereiche mit Ölsperren zu sichern. Besonderes Augenmerk wurde auf eine spezielle Schutzkleidung gelegt. „Im Ernstfall brauchen wir extrem viel Personal und Spezialgerät, um so eine Lage zu bewältigen“, so Berlin. Das Zusammenspiel verschiedenster THW-Einheiten klappte, und so wurde der Strand vom durch

Gelatine simulierten Öl gesäubert. Untergebracht waren die Teilnehmer in einem Feldlager in Lübeck. Dort hatten THW-Einheiten eine gut funktionierende Infrastruktur aufgebaut. So mangelte es auch den Cloppenburger Helfern vor Ort an nichts.