CLOPPENBURG - Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Cloppenburg/Vechta diese umschließt die beiden Kreise Cloppenburg und Vechta ist im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent (231) gesunken auf 5407, bei 1126 Unfällen wurden Personen verletzt (- 28). Grund zur Freude gab es für Polizeidirektor Klaus Bergmann bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik am Montagmorgen in Cloppenburg dennoch nicht: 31 Menschen verloren im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen im Oldenburger Münsterland ihr Leben acht mehr als im Jahr zuvor (2009: 19) , die meisten von ihnen außerhalb geschlossener Ortschaft, 284 wurden schwer verletzt, elf mehr als im Jahr davor. Und auch in diesem noch jungen Jahr konnten die Retter bereits bei elf Unfallopfern nur noch den Tod feststellen, 46 wurden schwer verletzt.
Als besorgniserregend bezeichnete Bergmann die Zahlen. Mit weiteren Geschwindigkeitsüberwachungen soll entgegengearbeitet werden, sagte Leitender Polizeidirektor Günter Schell. Schon im vergangenen Jahr haben Landkreis und Polizei 54 090 Verwarnungen ausgesprochen und 16 346 Bußgelder verhängt davon 1332 mit Fahrverbotsandrohung. Nirgends im Land sei die Kontrolldichte höher, sagte Bergmann weiter. Doch die Polizeiinspektion sei an die Kapazitätsgrenze gelangt. Deshalb sind konzertierte Geschwindigkeitsüberwachungen geplant, zu denen auch Radarwagen und Einsatzkräfte aus benachbarten Polizeiinspektionen hinzugezogen werden.
Für den Landkreis Vechta erneuerte Walter Sieveke, Leiter des Polizeikommissariats Vechta, die Forderung an die Kreisverwaltung, auf der B 214 einem der Unfallschwerpunkte zwei Starenkästen zu installieren.
Achim Wach, Verkehrssicherheitsberater der PI, sieht bei der Präventionsarbeit durch das Schutzengelprojekt die Kapazitäten ausgeschöpft. Dieses richtet sich an junge Fahranfänger eine Gruppe, die laut Statistik am stärksten von Verkehrsunfällen betroffen ist, wie Polizeihauptkommissar Klaus Fangmann, der die Statistik ausgearbeitet hatte, ausführte. Denn 23,6 Prozent der bei einem Unfall verletzten Personen waren zwischen 18 und 24 Jahren alt, bei den Verkehrstoten waren es mehr als 45 Prozent.
Bei den Unfallursachen rangieren mit 17,5 Prozent Vorfahrtsmissachtungen vor Wildunfällen (16,7 Prozent). In 9,9 Prozent waren Geschwindigkeitsübertretungen die Ursache und bei 2,8 Prozent waren Drogen oder Alkohol im Spiel. 761-mal stellten die Beamten bei Verkehrsteilnehmern Drogen- oder Alkoholbeeinflussung fest, in 152 Fällen waren Letztere in Unfälle verwickelt (fünf Tote, 15 Schwerverletzte).
Anders als im Kreis Cloppenburg mit 170 Schwerstverletzten (darunter 17 Tote), wo vor allem der Nordkreis den Polizeibeamten Sorgen bereitet, stellt Sieveke für den Kreis Vechta 145 Schwerstverletzte mit 14 Toten eine gleichbleibende Belastung fest.
Um der zahlreichen schweren Baumunfälle von 108 Verkehrstoten im Oldenburger Münsterland seit 2008 waren 42 mit Bäumen kollidiert Herr zu werden, forderte Fangmann, Bäume in der ersten Reihe entlang der Straßen zu fällen und Leitplanken zu setzen.
Schulwegunfälle habe es nur vergleichsweise wenige (30) gegeben, dabei wurde ein Kind getötet, fünf wurden schwer und 17 leicht verletzt. Sicherheitsbeauftragter Wach riet Fahrradfahrern 417 Unfälle in 2011 dazu, Fahrradhelme zu benutzen.
