CLOPPENBURG - Die Landkreise Cloppenburg und Vechta (Oldenburger Münsterland) stellen im Bereich der Jugendkriminalität die sicherste Region in Niedersachsen – und dass, obwohl beide Kreise deutschlandweit die jüngste Bevölkerung haben. Trotzdem sei das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger diesbezüglich vielfach aus dem Gleichgewicht geraten, erklärten am Mittwoch Vertreter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta bei der Vorstellung des Jugendberichts.

Radau keine Straftat

Jugendliche Spätaussiedler, die sich an bestimmten Plätzen träfen, dort laut feierten und teilweise Unrat hinterließen, empfänden viele Menschen bereits als Bedrohung. Das Verhalten der jungen Leute sei aber eben noch lange keine Straftat, erklärte der PI-Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendkriminalität, Kriminalhauptkommissar Rolf Garling.

Zudem herrsche unter den Bürgern vielfach die Auffassung, dass es einen gefühlt hohen Aussiedleranteil bei Straftaten gebe, erklärte die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes der PI, Claudia Puglisi. Dies sei statistisch aber nicht nachweisbar: 2008 ermittelte die PI gegen 1173 minderjährige deutsche Tatverdächtige, gegen 137 nichtdeutsche und 120 Aussiedler.

Raub: Aussiedleranteil hoch

Allerdings fallen hier geborene Kinder von Aussiedlern nicht in letzteren Bereich. Etwas anders sähe das Bild wohl aus, wenn man die Tatverdächtigen in Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund einteilen würde, gab der Beauftragte für Jugendsachen, Kriminalhauptkommissar Harald Nienaber, zu. Außerdem, ergänzte Polizeirätin Puglisi, träten jugendliche Aussiedler bei Raubdelikten (Handys, Zigaretten, Bargeld) stärker in Erscheinung. Hier lag 2008 der Aussiedler-Anteil unter den jugendlichen Tatverdächtigen (gesamt 41) bei 24,39 Prozent (10).

Geradezu Erschreckendes stellte die Polizei Anfang diesen Jahres bei ihren Alkohol-Testkäufen mit unter 18-jährigen Polizei-Fachoberschülern fest. 43-mal wurde versucht, an Kiosken, Tankstellen, Supermärkten und Getränke-Shops Hochprozentiges zu erwerben – und in 29 Fällen waren die Versuche von Erfolg gekrönt (67,44 Prozent), sagte Kriminalkommissar Nienaber. Besorgniserregend seien die Zahlen im Bereich des Lebensmittel-Einzelhandels (72 Prozent) und der Tankstellen (75 Prozent). Er kündigte noch für 2009 einen weiteren Test-Durchgang an. Nienaber machte zudem darauf aufmerksam, dass in den vergangenen Jahren die von Jugendlichen unter Alkohol begangenen Körperverletzungen landesweit zugenommen hätten, in Südoldenburg aber rückläufig seien (2007: 147/08: 127).