CLOPPENBURG - 23 Verkehrsteilnehmer haben im vergangenen Jahr ihr Leben auf den Straßen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta verloren – vier mehr als im Jahr davor. Alarmierend: In diesem Jahr sind es bereits acht, jeweils vier in den beiden Landkreisen, informierte am Freitag Klaus Bergmann, Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta anlässlich der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für 2010. Demnach verzeichneten die Beamten 5638 Verkehrsunfälle – 77 weniger als im Vorjahr – 50 Prozent davon ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaft. Sechs Radfahrer wurden getötet – fünf davon im Kreis Vechta –, zudem neun Autofahrer, sechs Roller- oder Motorradfahrer.
273 Verkehrsteilnehmer erlitten schwere Verletzungen (2009: 302). Bei der Gesamtzahl aller Verletzten verzeichnet die PI Cloppenburg/Vechta zwar einen Rückgang von fast sechs Prozent – zu wenig, stellte Bergmann aber fest. Denn im Landesdurchschnitt wurden im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent weniger Verletzte registriert. „Wir müssen etwas tun“, sagte auch Polizeihauptkommissar Klaus Fangmann, der die Statistik erarbeitet hat. Vor allem an den Kreis Vechta appellierten die Beamten, ihre stationäre Geschwindigkeitsmessung auszubauen.
Konkret sprachen sich die Beamten für zwei Blitzer auf der B 213 zwischen Steinfeld und Holdorf im Bereich Hapendorf aus. Denn, wie die Erfahrungen etwa im Bereich Schmertheim oder Lankum gezeigt hätten, könnten nur durch Blitzer Unfallschwerpunkte entschärft werden.
Angestiegen ist die Zahl der Baumunfälle (2009: 151): Bei 178 Unfällen wurden 175 Menschen verletzt, sechs starben. Deshalb plädieren die Beamten für die viel diskutierte Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums, nach der bei Straßenerneuerungen Bäume, die innerhalb eines bestimmten Abstandes zur Straße stehen, gefällt werden müssen. „Wir wollen kein Kiesbett, aber ein gewisser Abstand zur Straße muss vorhanden sein“, so Fangmann.
Erfolge zeitigen die Präventionsmaßnahmen für Fahranfänger: So lag der Anteil der Verletzten in der Altersgruppe der 18-bis 24-Jährigen bei 22,4 Prozent (357), bei den Schwerstverletzten waren es 21,6 Prozent (64). 56 getötete oder schwer verletzte Verkehrsteilnehmer waren älter als 65 Jahre. 146 Kinder wurden verletzt oder getötet (1), nur 27 auf dem Schulweg.
Nur bei 2,7 Prozent der verunfallten Autofahrer waren Alkohol oder Drogen im Spiel. Hauptursachen sind laut Fangmann überhöhte Geschwindigkeit (13 Prozent), Vorfahrtsmissachtungen (16,3) und vor allem Wild (16,6). „Der Bestand an Tieren muss reduziert werden“, sagte Franz Kleene von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen und Mitglied der Verkehrskommission.
