CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Ein polnischer Erntehelfer ist gestern durch mehrere tiefe Messerstiche in den Bauch lebensgefährlich verletzt worden. Der 35-Jährige, der auf einem Gemüsehof in Cloppenburg arbeitet, wurde im Sankt-Josefs-Hospital operiert. Mehrere innere Organe sind betroffen. Ärzte legten den Mann in ein künstliches Koma. Deshalb konnte die Polizei noch nicht mit ihm über das Geschehen sprechen. Die Ermittler bitten daher um die Mithilfe der Bevölkerung.

Gegenüber anderen Erntehelfern habe der 35-Jährige noch vor Eintreffen des Notarztes auf polnisch gesagt, dass er in der Nacht zu Mittwoch im Cloppenburger Stadtgebiet in einen Streit verwickelt und dabei verletzt worden sei. Die Polizei geht davon aus, dass er sich trotz der Messerstiche zum Gemüsehof am Cappelner Damm zurückgeschleppt hat.

Dort war er gestern Morgen nicht zur Arbeit erschienen. Die anderen Erntehelfer suchten zwar den Hof ab, fanden Zbigniew Tabin aber nicht. Um 9.20 Uhr entdeckte der Chef den 35-Jährigen, als er von der Toilette zu seiner Unterkunft ging und sich auf ein Sofa legte. Als der Landwirt die Stichverletzungen im Bauch und eine weitere Wunde am Hals bemerkte, rief er den Notarzt.

Polnische Erntehelfer sagten gegenüber der Polizei aus, dass sie Tabin am Dienstag gegen 21.20 Uhr zuletzt gesehen hatten. Er wollte alleine in die Stadt gegen, was laut Polizei für polnische Erntehelfer ungewöhnlich sei, zumal Tabin nur wenig Deutsch spreche. Zbigniew Tabin stammt aus Zarow im Südwesten Polens. Seit dem 10. Juni ist offiziell er mit 40 weiteren Erntehelfern auf dem Gemüsehof in Cloppenburg beschäftigt.

Die Polizei geht aufgrund der Verletzungen davon aus, dass die Tat zwischen Mitternacht und fünf Uhr passierte. Wahrscheinlich habe Tabin stundenlang irgendwo gelegen. Die Polizei bittet daher Bürger, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch den Mann gesehen oder eine Schlägerei beobachtet haben, sich bei ihr zu melden, 04471/18600.

Derzeit gibt es nämlich keinen Hinweis auf einen Tatort, die Waffe oder einen möglichen Aufenthaltsort des 35-Jährigen zur Nachtzeit. Ein Suchtrupp mit 30 Polizisten durchkämmte gestern das Gebiet vom Gemüsehof am Cappelner Damm bis zur Innenstadt nach möglichen Spuren. Dabei wurden auch Spürhunde eingesetzt.