CLOPPENBURG/WARDENBURG - Bereits vor Jahren hat sich der Wardenburger Olaf Timmermann als eines der ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins „Flieger – Flugzeuge – Schicksale“ erstmals der Suche nach vermissten Kriegsmaschinen verschrieben. Seit 2004 recherchiert der Maschinenbaukonstrukteur auf eigene Faust nach dem Verbleib des deutschen Jagdfliegers Walter Straub und hofft nun vornehmlich auf Hinweise aus der Bevölkerung im Landkreis Cloppenburg.
„Die Erzählungen meines Vaters über den Absturz einer Focke-Wulf 190 nur 500 Meter hinter meinem Elternhaus sowie letzten Endes deren Bergung Mitte der 70er Jahre weckten bei mir immenses Interesse an Luftkriegsgeschichte“, erzählt Olaf Timmermann, während er in vergilbten Unterlagen auf dem Küchentisch blättert.
Der Jagdflieger-Unteroffizier Walter Straub wurde 1921 in Stuttgart geboren und war seinerzeit Angehöriger der auf dem Fliegerhorst Lüneburg stationierten 8. Staffel des Jagdgeschwaders 54. Timmermann konnte bisher in Erfahrung bringen, dass Straub mit seinem Jagdflugzeug vom Typ „Messerschmidt Bf 109 G 6“ am Montag, 6. März 1944, um die Mittagszeit über Haselünne in Kampfhandlungen mit amerikanischen Begleitjägern verwickelt war. Die waren als Eskorte für Bomber eingesetzt. Nach Aussage eines seinerzeit an dem Luftkampf beteiligen Oldenburgischen Bf 109-Piloten verlor sich in dem Getümmel die Spur von Walter Straub. Zu groß sei der Kampfraum gewesen.
Eine amerikanische Quelle besagt, dass der Pilot eines amerikanischen Begleitjägers am 6. März um 12 Uhr eine Messerschmitt mit einer schwarzen „5“ am Rumpf getroffen und deren Absturz er südlich von Oldenburg beobachtet haben will. Hat es der Flieger vielleicht noch bis in den Landkreis Cloppenburg geschafft? „Bis zum heutigen Tage ist die Maschine des damals 22 Jahre alten Piloten wie vom Erdboden verschluckt“. Der Maschinenbaukonstrukteur Olaf Timmermann hofft auf Augenzeugen im Kreis Cloppenburg, die sich mit ihm in Verbindung setzen. Auch Informationen darüber hinaus – nämlich zu Abstürzen, die als geklärt gelten, aber dies tatsächlich aufgrund unterschiedlicher Behördenansichten letztendlich doch nicht sind –, sind für ihn von Interesse: 04407/92 29 22 oder 0172/544 81 33.
