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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Dramatischer Einsatz Bei Cuxhaven: Yacht sinkt vor Neuwerk – Besatzung flieht auf Rettungsinsel

13.08.2020

Cuxhaven Die Seenotretter der Station Cuxhaven haben in der Nacht zu Mittwoch in einem dramatischem Einsatz sieben Segler aus einer Rettungsginsel vor Cuxhaven geborgen, nachdem ihre Segelyacht kurz zuvor gesunken war.

Mit dem Notruf „Mayday, Mayday“ rief eine Seglerin gegen 23 Uhr um dringende Hilfe. Sie und sechs Mitsegler waren in der Nordsee auf der Außenelbe vor der Insel Neuwerk in höchste Seenot geraten. Die 15-Meter-Yacht „Sharki“ war vermutlich in der Dunkelheit mit einer Fahrwassertonne kollidiert und leck geschlagen. Das Boot - die frühere deutsche Admiral’s-Cup- Siegeryacht „Rubin“ von 1973 - sank schnell. Die drei Frauen und vier Männer aus Polen konnten sich in der Nacht zum Mittwoch in der Rettungsinsel in Sicherheit bringen. Alle kamen mit dem Schrecken davon. Die Seenotretter nahmen die Schiffbrüchigen an Bord.

Noch am Mittwoch gelang es dem Mehrzweckschiff „Neuwerk“ und dem Peilschiff „Grimmershörn“, die 15-Meter-Yacht auf rund 16 Meter Tiefe per Sonar zu orten. Das Boot liege in der Nähe der Fahrwassertonne 23 und müsse aus Sicherheitsgründen für den Schiffsverkehr dringend geborgen werden, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven auf Anfrage mit. Der Eigentümer sei angeschrieben und aufgefordert worden, sich innerhalb der nächsten drei Tagen mit den Behörden in Verbindung zu setzen, um das weitere Prozedere abzustimmen.

Ermittler der Wasserschutzpolizei in Cuxhaven prüfen die Unfallursache und gehen der Frage nach, ob der 54-jährige polnische Schiffsführer tatsächlich mit einer Fahrwassertonne kollidierte und das Boot wegen der dadurch ausgelösten Leckage sank.

Nach dem Notruf, der über den UKW-Kanal 16 abgesetzt wurde, liefen von Cuxhaven sofort der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ und das Tochterboot „Mathias“ aus. Am Ort der Havarie war ein belgischer Frachter, dessen Kapitän die sinkende Yacht gesichtet und gemeldet hatte. Der 90-Meter-Frachter blieb in der Nähe der Rettungsinsel. Auch ein Küstenstreifenboot der Wasserschutzpolizei Hamburg war am Unfallort. Um 23.30 Uhr konnten die Segler im Alter zwischen 47 und 67 Jahren von der Rettungsinsel von einem Boot der Seenotretter übernommen werden.

„Alle waren wohlauf und nicht unterkühlt“, sagte ein Polizeisprecher. Die Schiffbrüchigen wurden von den Seenotrettern mit heißem Tee und trockener Kleidung versorgt. Bis auf eine kleinere Schnittverletzung eines Seglers seien die sieben mit dem Schrecken davongekommen. Die Yacht fuhr unter polnischer Flagge und hat als Heimathafen Stettin.

Mit der früheren „Rubin“ hatte Hans-Otto Schümann, Unternehmer, Hochsee-Segler aus Hamburg und langjähriger Präsident des Deutschen Segler-Verbandes, 1973 den legendären „Admiral’s Cup“ für Hochseeyachten gewonnen. Alle 16 Yachten von Hans-Otto Schümann trugen den Namen „Rubin“. Schümann gewann auch 1985 und 1993 als Teil der deutschen Mannschaft mit seiner „Rubin“ den Admiral’s Cup. Er starb 2014.

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