Nordenham - Die gute Nachricht: Die Anzahl der Fahrraddiebstähle in Nordenham hat seit dem Jahr 2008 stetig abgenommen – von 391 auf 167 im vergangenen Jahr. Die schlechte Nachricht: Die Aufklärungsquote schwankt auf niedrigem Niveau. Sie hat sogar von 17,7 Prozent im Jahr 2014 auf 8,9 Prozent im Jahr 2015 abgenommen. Daher rät die Nordenhamer Polizei allen Fahrradbesitzern, es Dieben möglichst schwer zu machen.
„Sicherung ist das A und O in jeder Hinsicht“, sagen Bernd Morawietz, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, und Edwin Krüger, Präventionsbeauftragter der Nordenhamer Polizei.
Zum Vergleich: Laut polizeilicher Kriminalstatistik Niedersachsen ist landesweit die Anzahl bekannt gewordener Fahrraddiebstähle von 39 170 im Jahr 2014 auf 37 297 in 2015 gesunken. Die Aufklärungsquote blieb nahezu gleich bei rund 13,5 Prozent.
Edwin Krüger und Bernd Morawietz vermuten, dass der kontinuierliche Rückgang der Fallzahlen in Nordenham darauf zurückzuführen ist, dass immer mehr Besitzer mehr für die Sicherung ihrer Räder tun. Zudem gebe es zunehmend hochwertige Räder, die schon vom Handel mit sicheren Schlössern ausgestattet sind.
Die Aufklärung eines Raddiebstahls sei äußerst schwierig, weil in der Regel kaum Spuren auffindbar seien. Zudem könnten Eigentümer häufig weder eine Rahmennummer noch eine Codiernummer nennen.
Die Nordenhamer Polizei hält eine Codierung nach wie vor für ein probates Mittel zur Vorbeugung oder Aufklärung von Diebstählen. Früher wurden in einem aufwendigen Verfahren Zahlenkombinationen am Fahrradrahmen eingefräst. Seit etwa drei Jahren kann die Polizei ganz leicht Räder mit urkundenechten Aufklebern versehen, die kein Dieb komplett ablösen kann.
Dazu ein ganz konkreter Tipp der Nordenhamer Polizei: Jeder Bürger kann ohne vorherige Anmeldung zur Wache im Polizeikommissariat kommen, um sein Rad auf diese einfache, aber nachhaltige Art codieren zu lassen.
Eigentümer sollten die Codiernummer und die Rahmennummer ihres Rades sowie weitere Daten (Marke, Typ, Farbe, Kaufpreis und anderes) sowie Fotos aufheben wie einen Fahrzeugschein.
Dafür gibt es bei der Polizei einen Fahrradpass und ebenfalls einen kostenlosen Aufkleber „Finger weg – mein Rad ist codiert“. Es gibt zudem eine Fahrradpass-App.
Edwin Krüger rät von Bluetooth-basierten Sicherungsmöglichkeiten in Nordenham ab. In einer Großstadt könnten sie sinnvoll sein, in Kleinstädten und auf dem Land sollte man davon aber besser die Finger lassen.
Ein brauchbares Fahrradschloss ist – so ein weiterer Tipp von Edwin Krüger – unter 40 bis 50 Euro kaum zu bekommen. Die Top-Exemplare kosten 130 bis 150 Euro. Eine Liste guter Schlösser lässt sich zum Beispiel über die Stiftung Warentest in Erfahrung bringen. Empfohlen werden VdS-zertifizierte Zweiradschlösser (Näheres unter www.vds.de).
Noch eine gute Nachricht der Nordenhamer Polizei: Bisher gibt es keine Erkenntnisse, dass der bundesweit feststellbare Trend zu organisiertem Diebstahl hochwertiger Räder für den Absatz in Osteuropa auch Nordenham erreicht hat.
