DELMENHORST - Für die einen ist es die „Nacht der Nächte“, für die anderen ein Arbeitstag unter ganz besonderen Vorzeichen. Während der Großteil der Bevölkerung in der Silvesternacht feiert und auf das neue Jahr anstößt, muss ein kleiner Teil der Delmenhorster seinen beruflichen Pflichten nachkommen.

Vor allem Taxiunternehmen sind in den Stunden vor und nach dem Jahreswechsel naturgemäß gefragte Dienstleister. Joachim Tönjes vom Taxiunternehmen Ammen nimmt stündlich Vorbestellungen entgegen – gelassen bleibt er trotzdem: „Wir nehmen so viel an, wie wir können. Mehr geht nicht.“ Acht Fahrzeuge werden je nach Bedarf unterwegs sein. Die hektischste Zeit erwartet er zwischen 1 und 3 Uhr, wenn die Menschen wieder nach Hause wollen. Aus der Ruhe bringt das Joachim Tönjes nicht: „Im Endeffekt ist es nicht viel schlimmer als an normalen Wochenenden.“

Anders verhält sich die Lage hingegen im Krankenhaus St. Josef-Stift. „Die Nacht wird arg stressig“, berichtet Gisela Richter, Schwester auf der Ambulanz-Station. Stürze, Verletzungen in Folge übermäßigen Alkoholkonsums und Blessuren durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern – Gisela Richter weiß, was auf sie und ihre Kollegen zukommt: „Ich habe hier schon so einiges erlebt.“

Seine ganz speziellen Erfahrungen in der Silvesternacht hat auch Ortsbrandmeister Dieter Speckels von der Freiwilligen Feuerwehr schon gemacht. „Im letzten Jahr hatten wir fünf Einsätze in kürzester Zeit. Das war happig“, erinnert er sich. Andererseits habe er aber auch schon Jahre ohne große Zwischenfälle erlebt. Wie dem auch sei – die Feuerwehr ist gewappnet. Die Einsatzkräfte stünden auf Abruf bereit: „Die Kollegen trinken an diesem Abend nichts und können jederzeit losfahren.“

Gut vorbereitet ist auch die Polizeiinspektion Delmenhorst. Zwei Streifenwagen mehr als an normalen Tagen seien am Silvesterabend unterwegs, sagt Dienstschichtleiter Jörg Struß. Alkoholbedingte Streitereien und Ruhestörungen seien die häufigsten Einsatz-Gründe. Wenn es die Zeit erlaubt, wird aber auch bei der Polizei auf das neue Jahr angestoßen – alkoholfrei natürlich. „Meistens mit Kaffee“, schmunzelt Struß.