Lemwerder - Alles gut gegangen, lautete am Donnerstagnachmittag um 14.30 Uhr die gute Nachricht, die Sprengmeister Hans Mohr der Einsatzleitung von Polizei und Gemeinde Lemwerder überbrachte. Gemeinsam mit den Kollegen Thorsten Lüdeke, Johann Hillmer und Günther Piegser hatte er im zweiten Anlauf eine zehn Zentner schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Weidefläche unweit des Gestüts Sosath im Lemwerderaner Ortsteil Depenfleth entschärfen können. Sie war bei der routinemäßigen Überprüfung von Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden.

Nachdem die Kampfmittelbeseitiger die Bombe bis auf einen letzten Rest Erde bereits bis Mittwoch freigelegt hatten, wurde die Bombe am Donnerstag händisch von dem Rest Erde befreit. Mit viel Fingerspitzengefühl hieß es dann, den Zünder im Morast zu ertasten und ihn vorsichtig herauszudrehen. „Dies gelang problemlos“, sagte Mohr. Es habe sich um einen konventionellen Zünder gehandelt, dessen Übertragungsladung anschließend vorsichtshalber mit einer Minidetonation gesprengt wurde.

Deutlich zu sehen waren an der Zehn-Zentner-Bombe die Spuren des ersten gescheiterten Sprengversuchs vom Mai. „Wir haben damals schon die richtige Stelle beziehungsweise den Zünder getroffen. Allerdings war die angebrachte Sprengladung zu klein. Sie reichte nicht aus, um eine Detonation auszulösen“, erklärte Mohr.

Die entschärfte Bombe brachten die Fachleute anschließend direkt nach Achternholt im Landkreis Oldenburg. Hier befindet sich ein Zwischenlager, wo sämtliche entschärften Kampfmittel aus dem Weser-Ems-Gebiet gelagert werden, bis sie zur endgültigen Entsorgung nach Munster gebracht werden.

Sowohl die Vertreter der Gemeinde Lemwerder als auch von Polizei und Feuerwehr zeigten sich mit dem Verlauf der Maßnahme zufrieden. Auch im Vorfeld der Entschärfung habe alles reibungslos geklappt. Die Polizei hatte fünf Straßensperren in einem Radius von 1000 Metern um den Bombenfundort eingerichtet. Rund 100 Anwohner hatten ihre Häuser verlassen müssen. Neun Beamte aus Lemwerder, Delmenhorst und Brake sorgten dafür, dass niemand zum Zeitpunkt der Entschärfung in diesem Bereich aufhielt. Die Freiwillige Feuerwehr Lemwerder war mit elf Kameraden zur Absicherung für den Notfall vor Ort.

Nachdem die Polizei nach einer letzten Kontrollfahrt um 14 Uhr den Evakuierungsbereich für sicher erklärt hatte und auch die Flugsicherung des Flughafens in Bremen grünes Licht gegeben hatte, konnte die Entschärfung sogar etwas früher als geplant beginnen. Der Luftraum über dem Bombenfundort war von 14 bis 16 Uhr gesperrt worden, da er direkt in einer Einflugschneise des Flughafens liegt. Die Flugzeuge wurden sicherheitshalber umgeleitet.