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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Dramatische Aussagen über brutalen Überfall

08.05.2015

Bremen Hat alles mit einem brutalen Überfall begonnen? Die Ermittlungen nach dem Großbrand des Bremer Traditionsgeschäfts „Harms am Wall“ am Mittwochabend fördern immer mehr dramatische Details zutage. „Erst Raub, dann Brandstiftung“, sagt Frank Schmitt von der Bremer Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von NWZonline. Der Manager des Geschäfts habe bei der Vernehmung ausgesagt, dass er überfallen, ausgeraubt und vom Täter in einem Raum eingeschlossen worden sei.

Anschließend sei das Feuer gelegt worden. Das Überfallopfer habe sich nach eigenen Angaben befreien können und noch die Aufzeichnung der Videoüberwachung aus den Verkaufsräumen mitgenommen, sagte Schmitt. Zuvor hatte die Zeitung „Weser-Report“ über den Überfall berichtet.

Die Videoaufzeichnungen sollen von Experten ausgewertet werden. Die Brandspuren deuten nach Schmitts Angaben eher auf Brandstiftung als auf einen technischen Defekt hin. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Das Feuer war am späten Mittwochabend im oberen Bereich eines viergeschossigen Gebäudes ausgebrochen. Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem dritten Obergeschoss und dem Dach. Innerhalb weniger Minuten habe das Feuer auf die anderen Stockwerke und zwei angrenzende Gebäude auf einer Breite von 50 Metern übergegriffen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Eine riesige Rauchwolke zog über die Stadt.

Die Feuerwehr war mit mehr als 160 Einsatzkräften und rund 45 Fahrzeugen im Einsatz. Neben der Berufsfeuerwehr eilten mehrere Freiwillige Feuerwehren zu Hilfe. Experten löschten die Flammen von Drehleitern und einem Gelenkmast aus und setzen auch Wasserwerfer ein. Es dauerte mehrere Stunden, bis der Brand unter Kontrolle war. Angrenzende Straßen wurden für den Verkehr gesperrt, zeitweise war auch der Straßenbahnverkehr beeinträchtigt.

Am Morgen nach dem Feuer löschten Brandexperten von einem Kran ähnlichen Gelenkmast aus durch das Dach noch letzte Glutnester. Die Straße lag voller Schutt. Passanten und Anwohner standen an den Absperrungen vor dem Gebäude, in dem ein traditionsreiches Textilgeschäft seit Generationen viele Bremer eingekleidet hatte. In der zum Teil rußgeschwärzten Sandsteinfassade ließen leere Fensterhöhlen jetzt einen freien Blick auf das verwüstete Innere zu. Von den Resten des Daches tropfte Löschwasser.

Brandermittler begannen mit ihrer Arbeit. Polizei und Staatsanwaltschaft zogen einen Gutachter hinzu, um Einsturzgefahr auszuschließen. Teile des Daches waren bei dem Feuer eingebrochen.

Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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