Ocholt - Kindergeburtstag: 13 Mädchen und Jungen spielen und laufen in verschiedene Richtungen. Sie verlieren sich dabei nicht nur aus den Augen, sie verlaufen sich und sind verschwunden. Eine dramatische Situation. Glücklicherweise nur ein Übungsszenario. Pascal Wissowski hat es sich ausgedacht. „Ich war früher bei der Rettungshundestaffel, so kam mir die Idee zur Übung“, sagt er.

Für die Rettungshundestaffel Weser-Ems war die Aktion in Ocholt eine gute Gelegenheit, das Mantrailing zu proben. Der Unterschied zwischen einem Mantrailer-Hund und anderen Suchhunden besteht darin, dass der Mantrailer verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden kann und sich ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientiert.

Als Erstes nahm der zweieinhalbjährige Hovawart „Vito“, der sich noch in der Ausbildung zum Mantrailer befindet, die Fährte auf und fand das erste „vermisste“ Kind auf dem Dorfplatz. Dann starteten zwei weitere Tiere die Suche nach den nächsten beiden Kindern. „Hudson“, ein sechseinhalbjähriger Labrador, und „Emely“, eine fünfjährige Mischlingshündin, wurden auf dem Spielplatz „Am Stümmel“ fündig.

Um die weiteren zehn Kinder zu entdecken, wurden sechs Flächensuchhunde eingesetzt, die ihre Aufgabe ebenfalls bravourös meisterten. Flächensuchhunde sollen Personen in unübersichtlichem Gelände finden.

Die vermissten Kinder wurden von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Ocholt-Howiek gespielt. Dirk Henkensiefken begleitete sie.

„Ganz wichtig ist die Belohnung des Hundes nach einer erfolgreichen Suchaktion“, erzählt Heike Haag, Vorsitzende der Rettungshundestaffel Weser-Ems und Ausbilderin. Für die Hunde seien solche Einsätze harte Arbeit. „Zwischendurch müssen sie mit Wasser versorgt werden, um ihre Nase von den vielen anderen Gerüchen freizubekommen“, erläutert Gerhard Hinz, Besitzer von „Hudson“.

Die Rettungshundestaffel Weser-Ems, die einen Übungsplatz in Stellhorn hat, nimmt gern an solchen Übungen teil. Mit den Mantrailern wird sonst überwiegend in der Stadt geprobt. „Sehr gerne würden wir auch mal in Objekten üben, die zum Abbruch stehen. Dort könnten wir die Trümmersuche trainieren“, sagt Heike Haag.