Cloppenburg - Die NWZ hatte bereits am 30. Juni exklusiv berichtet, dass bei der Typisierungs-Aktion „Lina sucht ihren Helden“ ein weiterer Leukämie-Erkrankter seinen Stammzellenspender gefunden hat. Die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) hat jetzt den Namen preisgegeben: Es handelt sich um die Cloppenburgerin Lisa Kaminski (21).
Wie berichtet, waren am 21. Januar dieses Jahres exakt 2208 Menschen in die Berufsbildenden Schulen Technik Cloppenburg gekommen, um sich als potenzielle Stammzellspender bei der DKMS registrieren zu lassen. Sie hofften vor allem, der inzwischen vierjährigen Lina aus Cloppenburg damit helfen zu können. Anfang Februar war der passende Stammzell-Spender für das Kind gefunden, das sich inzwischen auf dem Weg der Besserung befindet.
Auch wenn Linas Spender nicht aus dem Kreis der „BBS-Technik-Spender“ kam, das Engagement hat sich trotzdem gelohnt: Bereits jetzt konnten zwei dieser Spender – einer davon ist Lisa Kaminski – als „genetischer Zwilling“ für zwei Patienten ermittelt werden, die dann die lebensnotwendige Transplantation ermöglichten. „Als ich über die DKMS erfuhr, dass ich als Spenderin in Frage komme, habe ich mich riesig gefreut. Im ersten Moment hatte ich jedoch auch ein mulmiges Gefühl“, gesteht Kaminski.
Nach einer umfassenden Voruntersuchung in der Entnahmeklinik erhielt sie vom Arzt ein Medikament, welches sie sich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter die Haut spritzte. Dieser körpereigene hormonähnliche Stoff, der vom Körper zum Beispiel auch bei fieberhaften Infekten produziert wird, stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden.
„Ich habe mir die Spritzen selbst gegeben, das hat gut funktioniert“, so Kaminski. Wie vorher vom Arzt angekündigt, habe sie an einigen Tagen Kopfschmerzen und Beschwerden im unteren Rücken gehabt, die sich jedoch mit Schmerzmitteln lindern ließen. Ihr sei das Spritzen zu keinem Zeitpunkt schwergefallen: „Denn ich wusste ja, wofür ich das mache. Was sind schon ein paar Tage Kopfschmerzen in meinem Leben im Gegensatz zu dem, was der Patient durchmacht?“
Eine Stammzellspende wird zunächst immer anonym durchgeführt. So erfuhr Kaminski nach der Spende zunächst nur, dass ihre Stammzellen von einem etwa 50-jährigen Mann benötigt worden seien. Kaminski erzählt, dass sie sehr überrascht darüber gewesen sei, wie sehr sie sich mit der ihr unbekannten Person verbunden fühle, ohne sie jemals gesehen zu haben oder Genaueres zu wissen: „Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Nun hatte ich eine Vorstellung davon, an wen ich die ganze Zeit positive Gedanken sende und wem ich nun die Daumen drücken darf.“
Erst durch die Spende sei ihr klar geworden, was für ein organisatorischer Aufwand hinter einer Stammzellspende stehe. „Ich habe mich während der ganzen Zeit gut aufgehoben gefühlt und würde jederzeit wieder Stammzellen spenden.“
