EINBECK - EINBECK/DPA - Die bei einem verheerenden Brand in der Altstadt von Einbeck verwüsteten vier Renaissance-Fachwerkhäuser werden mit Millionenaufwand wieder aufgebaut. „Drei der Eigentümer sind bereits dabei, die Häuser wieder so herzurichten, wie sie ausgesehen haben“, sagte Frank Seeger vom Einbecker Bauamt am Montag.
Eines der Gebäude war Ende März von seinem Besitzer aus Verzweiflung angezündet worden. Er war mit seinem kleinen Handarbeitsladen in Schwierigkeiten geraten. Der 41-Jährige kam bei dem Feuer ums Leben, vier Feuerwehrleute und Polizeibeamte wurden bei der vorherigen Explosion schwer verletzt. Die Eigentumsverhältnisse dieses Hauses, von dem nur noch der aus dem 16. Jahrhundert stammende Tonnen-Gewölbekeller erhalten ist, sind noch völlig unklar.
„Wir wissen noch nicht, was mit dieser Baulücke passiert“, sagte Seeger. „Das Haus stand unter Denkmalschutz, aber ob dort eine Holzkonstruktion mit Glas, wie von der Stadt gewünscht, oder ein moderner Neubau hinkommt, wissen wir nicht.“
„Es herrschte zum Glück Windstille in dieser Nacht“, berichtete die Feuerwehr. Ein verheerender Großbrand wie zuletzt im Jahr 1826, als 164 Wohnhäuser zerstört wurden, sei deshalb nicht zu befürchten gewesen. Fachleute hatten nach dem Brand in der Nacht zum 31. März dieses Jahres von dem schmerzlichsten Verlust für die Stadt seit 1946 gesprochen. Damals waren bei einem Brand drei vergleichbare Häuser zerstört worden. Bis zu dem erneuten Feuer zählte die Straße Lange Brücke zu den schönsten Zeilen von Bürgerhäusern aus der Zeit der Weser-Renaissance in Niedersachsen.
