Wilhelmshaven - Ein Einkaufskomplex an der Posener Straße in Wilhelmshaven ist bis auf die Grundmauern abgebrannt: Dort standen in der Nacht zu Sonntag der Lidl-Verbrauchermarkt, das angrenzende Kik-Bekleidungsgeschäft und eine leer stehende Bäckerei aus bisher ungeklärter Ursache in hellen Flammen.

Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen rund eine Million Euro. „Alles stand lichterloh in Flammen, das Dach ist eingestürzt, es ist alles niedergebrannt“, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde aber niemand.

Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer in einem Textildiscounter aus und griff von dort auf den gesamten Gebäudekomplex über. Allein der zerstörte Warenwert liegt nach Polizeiangaben bei rund 200 000 Euro. Mit den Löscharbeiten waren die Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven und die Freiwilligen Feuerwehren Rüstringen, Heppens und Bant noch bis zum Sonntagmittag beschäftigt. Rund hundert Brandbekämpfer waren zeitweise im Einsatz.

Anwohner mussten wegen der extremen Rauchentwicklung Fenster und Türen zeitweise geschlossen halten. Eine benachbarte Schule blieb unversehrt.

Bereits zum Zeitpunkt des Eingangs der Alarmmeldung war der Feuerwehr praktisch klar, dass der Verbrauchermarkt, der bei dem Großfeuer letztlich völlig zerstört wurde, nicht zu retten war. Nach Auskunft der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven verhindern die Dachkonstruktionen solcher Märkte – sogenannte Dachnagelplatten werden mit Holzkonstruktionen verbunden – ein wirksames Löschen. Denn das Betreten des Innenraums sei für die Einsatzkräfte viel zu gefährlich, da diese Dächer nicht stabil genug sind und nach kurzer Hitzeeinwirkung einstürzen.

Das Technische Hilfswerk (THW) war mit sogenannten Ameisen vor Ort, das sind Hand-Gabelstapler mit Elektroantrieb, mit denen am Einsatzort gearbeitet wurde. Mit einem Kran barg der THW am Ende die beschädigten Stapler, bei denen wegen der hohen Temperaturen in der Brandruine die Akkus überhitzten und deswegen ausgefallen waren. Das zerstörte Gebäude wurde eingezäunt. Wegen der starken Hitze können Brandexperten aber erst am Montag mit ihren Untersuchungen beginnen.