Wildeshausen - Es ist wohl das Schreckensszenario eines jeden Autofahrers: nach einem Verkehrsunfall lässt sich die Tür des Fahrzeugs nicht mehr öffnen. Eine Selbstrettung ist unmöglich. In solchen Fällen ist Hilfe der Feuerwehr vonnöten – in den vergangenen zwei Wochen musste die Wildeshauser Wehr drei Fahrzeuge am Unfallort zerschneiden.

Damit die Einsatzkräfte für diese Situation vorbereitet sind, übte die erste Gruppe der Feuerwehr Wildeshausen am Dienstagabend auf dem Gelände der Firma Koopmann den Ernstfall: Für elf Einsatzkräfte galt es, einen Unfallwagen fachgerecht zu zerschneiden. Das Fahrzeug war von Geschäftsführer Cord Naber von der Firma Koopmann zur Verfügung gestellt worden.

„Die Hauptaufgabe besteht darin, den Ablageplatz für die Gerätschaften und Werkzeuge herzurichten“, erklärte Gruppenführer Daniel Müller (30). Anschließend werde man mit den jüngeren Feuerwehrmännern die technische Rettung proben.

Im Falle eines Einsatzes benötige man zwölf bis 15 Personen für die Öffnung eines Pkw, so Müller. Fünf Minuten dauere das im Bestfall, bis zu einer Stunde oder gar länger bei Widrigkeiten.

Nur wenige Minuten brauchten die Männer, um den Ablageplatz einzurichten. Dann ging es mit Schere und Spreizer ans Auto: „Ich hab’ das vorher noch nie gemacht“, verriet Jonas Thiel (17). „Jetzt fühlt es sich doch besser an.“ Schließlich habe er den Ablauf vorher nur in der Theorie gekannt. Am Fahrzeug zu üben, sei aber ein ganz anderes Thema.

Seitenfenster, Türen, Windschutzscheibe und Dach: Von dem Auto war am Ende der Einsatzübung nicht mehr viel zu erkennen. „Aber nur so bekommt man ein Gefühl für’s Gerät“, sagt Müller.